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Fotos: Kape Schmidt
Bestes Corporate Design: die kunstbar, Köln
EINE BAR ALS GESAMTKUNSTWERK. PAOLO CAMPI UND ANDREAS LICHTER HABEN GEMEINSAM MIT DEM KÖLNISCHEN KUNSTVEREIN EIN KONZEPT GESCHAFFEN, DAS KUNST UND BARKULTUR AUF EINZIGARTIGE WEISE
VERBINDET. JEDES JAHR WIRD „DIE KUNSTBAR“ VON EINEM ANDEREN KÜNSTLER GESTALTET,
UND DAS GASTRONOMISCHE ANGEBOT IST BESTANDTEIL DIESER INSZENIERUNG.
Ein ungewöhnlicher Grundriss, eine große, zylindrisch gebogene Glasfront und eine 1a-Lage zu Füßen des Kölner Doms – ideale Voraussetzungen für einen
erfolgreichen gastronomischen Betrieb. Doch „die Kunstbar“ ist viel mehr als das: Unter der Domtreppe gegenüber dem „Alten Wartesaal“ entstand nach
vierjähriger Planung ein dynamisches Konzept, das aufgrund der jährlich wechselnden Gestaltung
durch renommierte Künstler immer wieder für Aufsehen sorgt.
Das Budget ist vorgegeben und damit begrenzt. Dem Künstler wird weitgehende Freiheit gewährt, die es ihm ermöglicht, sämtliche Facetten künstlerischer
Gestaltungsformen wie Farbe, Licht, Ton, Musik, Malerei, Objekte, Foto/Video, Einrichtung und angebotene Getränke zu einem unverwechselbaren
Gesamtkunstwerk zusammenzufügen. Die „drinks of the artist“ werden zum dauerhaften Angebot auf der Barkarte und jedes Jahr um die Getränke des neuen Künstlers
ergänzt. So wird die Getränkekarte von Jahr zu Jahr erweitert und gleichzeitig zum Almanach der „Kunstbar“. Von Anfang an wurde das Projekt vom Fotografen Kape Schmidt
begleitet, der die unterschiedlichen Installationen immer aus den gleichen Kameraeinstellungen aufnimmt. Nach zehn Jahren soll ein Buch erscheinen, das die künstlerische Geschichte und
Entwicklung der Bar dokumentiert.
Zur Eröffnung 2008 wurde der 170 Quadratmeter große Raum von dem belgischen Künstler Arne Quinze (www.arnequinze.tv)
von Grund auf konzipiert und eingerichtet. Das Team der „Kunstbar“ hatte Kontakt zu ihm aufgenommen, weil es von seinem Möbeldesign fasziniert war und die Bar mit seinen
Entwürfen ausstatten wollte. Als Quinze von dem Projekt in Köln erfuhr, war er sofort von der höchst eigenwilligen Architektur des Objekts begeistert. „I love unique
architecture, I love unique design and I
love unique bars“, sagte Arne Quinze bei seinem ersten Ortstermin. Der von der Weltfachpresse als „popstar of furniture“ und „bad boy of the design world: a bit of
punk, but also a bit of Prada“ titulierte Rebell verewigte unter anderem auf seiner 17 Meter langen Videoinstallation „EYE-C-U“ die Augen seiner Muse und jetzigen Ehefrau
Barbara Becker-Quinze in der „Kunstbar“.
RENOMMIERTE KÜNSTLER ALS GESTALTER DER KUNSTBAR
Ein Jahr später wurde die Gestaltung dem Kommunikationsdesigner und Künstler Ingo Stein
(www.ingostein.com) übertragen, dessen Handschrift sie aktuell auch trägt. Interdisziplinär wie er arbeitet, kommen in
seiner Gestaltung der „Kunstbar“ alle seiner Arbeitsbereiche zum Einsatz: Illustration, Videoproduktion, Grafik-, Mode- und Interior Design. Er nimmt dabei Einfluss auf die
Räumlichkeiten, auf die Auswahl der Getränke, die Musik und auf spezielle Events und konzeptionelle Veranstaltungen. Die aktuelle Präsentation unter dem Motto „another
girl’s paradise“ ist dynamisch: Ingo Stein, der in Köln lebt und entwirft, wird während des ganzen Jahres immer weiter daran
arbeiten und dadurch die „Kunstbar“ monatlich, wöchentlich, ja vielleicht sogar täglich verändern.
An die Wand über dem Tresen malt er fantasievolle Figuren, die je einen Cocktail auf der Barkarte repräsentieren. In den Tresen sind Bildschirme eingelassen, über die Filme
des Künstlers ablaufen. Da Ingo Stein auch nachts arbeitet, können ihn die Gäste gelegentlich persönlich erleben oder an den Plattentellern beim Auflegen sehen –
Corporate Design als Happening!
DAS URTEIL DER JURY
Steter Wandel als Wesenszug der Szenen-Gastronomie – in der Kölner „Kunstbar“ wird diese Eigenschaft zum konzeptionellen Stilelement. Dabei geht das
künstlerische Konzept über die bloße optische Gestaltung hinaus und integriert das gastronomische Angebot, die Musik und das Eventprogramm – ganzheitlich, innovativ
und für die Gastronomieszene wegweisend.
Herzlichen Glückwunsch!
ADRESSE:
Die Kunstbar
Chargesheimer Platz 1, 50667 Köln
http://diekunstbar.com
BETREIBER:
Paolo Campi und Andreas Lichter
GESTALTUNG:
2008: Arne Quinze
2009: Ingo Stein (seit 12. Juni 2009)
INNENARCHITEKTUR:
Hans Jörg Przygoda vom Kölner
Architekturbüro „pH-129“
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