Im Fokus: Design-Scout 2018

Design-Scout 2018
„Blend“, Berlin
„Grande Étoile”, Düsseldorf
„Sasazu” in Prag
Cotidiano, München
s`Handwerk,  Sonthofen
Mine, Berlin

Das müssen Sie in Sachen Design wissen!

Text: Barbara Becker

Zurück auf den Sperrmüll mit dem Zeug, aber schnell – wir müssen uns nicht mehr über wackelnde Tische und Stühle ärgern oder Holzspreißel aus dem Unterarm ziehen, weil shabby als schick gilt. Das ist endlich vorbei. Trotzdem spielen Naturmaterialien und auch Holz weiterhin eine wichtige Rolle, denn jetzt wird es cosy. Statt Roughness und Recycling lautet das Motto nun Wärme, Wohlfühlen und Wertigkeit. Mit den passenden Farben, Tapeten, Kissen und Teppichen wird das Lokal zum gemütlichen Nest. Es wird hygge – so nennt sich die skandinavische Lebensphilosophie, die für die Einheit aus behaglichem Umfeld, gutem Essen und einer schönen Zeit mit Freunden einen Begriff geprägt hat und so perfekt zur Gastronomie passt. Helles Holz, kuscheliges Fell, brennende Kerzen, weiche Kissen und schöne Accessoires gehören jetzt zur Basisausstattung.

Große Gasträume, in denen sich die spektakulärsten Interior-Designs verwirklichen lassen, brauchen nun eine Sonderbehandlung: Hier bilden einzelne Bereiche optische Schutzzonen, die das Wohlbefinden steigern und dem Raum Struktur geben, ohne störende Sichtbarrieren zu errichten. Große farbige Sofas – die It-Pieces der Saison – eignen sich perfekt dafür. Die neuen Modelle sind lässig und edel, dick gepolstert oder gesteppt. Ton in Ton eingesetzt machen sie das Lokal zur lässigen Diva. Oder sollen es lieber die neuen Trendfarben sein? Alle zusammen? Dann wird das Restaurant zum Spielplatz für das pralle Leben. Die Palette bietet fröhliches Hellblau, zartes Rosarot, kräftiges Pink, royales Blau, paradiesisches Türkis oder kräftiges Grün. Die Stühle leuchten auch in kräftigen Farben wie Gelb oder Orange, auf größerer Fläche bricht ein Farbmix die drohende Monotonie. Getragen und geerdet werden die bunten Objekte von einem hochwertigen Bodenbelag, am liebsten Holz.

Haben Sie jetzt keine Angst vor Mustern – oder Muster neben Muster – an der Wand wie auf dem Tisch. Tapeten treten unübersehbar aus ihrem Schattendasein, großformatig, grafisch oder organisch mit Blütenranken oder Tiermotiven. Das Geschirr wirkt bunt zusammengewürfelt, doch entweder die Grundform oder eine Grundfarbe sorgen für das Match beim Mix. Topaktuell sind orientalische und asiatische Akzente, die auch perfekt in viele neue Food-Konzepte passen. Doch im farbenfrohen, lebendigen Farb- und Mustermix braucht es sich wiederholende Elemente und Farbakzente in Form von Sitzobjekten, Lampen, thematisch passenden Raum- oder Wandelementen, die dem Auge Orientierung und dem Design einen „roten“ Faden geben.  

Groß ist gut bei skulpturalen Spiral- oder Ballon-Lampen, die von hohen Decken hängen und am Abend in die Hauptrolle schlüpfen. Sie sind die heimlichen Stimmungsmacher im Team. In der Abend­gastronomie werden sie gerne gedimmt, allgemein wird die Lichtgestaltung etwas dunkler.

Und vergessen Sie Ihren Outdoor-Bereich nicht. Wenn Sie keinen haben, sollten Sie das beim nächsten Objekt unbedingt einplanen! Trendorientierte Architekten und Designer halten die Freifläche für den am meisten unterschätzten Bereich des Lokals und prophezeien ihm eine zunehmende Bedeutung. Beispielsweise auch für die Clubgastronomie, die unter der warmen Jahreszeit besonders leidet. Warum nicht am Abend ein paar Stunden Umsatz auf der Terrasse machen, bevor es auf die Tanzfläche geht?

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