Im Fokus: Mitarbeiter gesucht!

Mitarbeiter gesucht!

Mitarbeiter gesucht!

Stellenanzeige in der Zeitung war gestern. Heute sucht man seine Mitarbeiter passgenau digital. Doch worauf kommt es dabei an und welches Tool ist das richtige? 

Text: Laura Klingenberg

 

„Die typischen digitalen Wege der Online-Stellenbörsen sind, bis auf die wenigen Platzhirsche, zu einem undurchschaubaren Anbieter-Dschungel mutiert – da muss man sich einfach reinarbeiten“, sagt Michael Seidel, der ehemalige Marriott Director of Human Resources Central Europe und heutige Personal- und Unternehmenskulturleiter von casualfood. 

Wer sich heutzutage im Gastgewerbe profilieren will, muss eine ausgeklügelte digitale Corporate Identity und Arbeitgebermarke sowie ein breites Wissen über digitale HR-Trends besitzen. Leichter gesagt als getan, denn häufig fehlt es Gastronomen an einem entscheidenden Faktor, um sich den Anforderungen der digitalen Welt zu stellen: Zeit. Wir haben uns die Zeit genommen und verschaffen Ihnen mit anwendbaren Beispielen einen Überblick über moderne Arten, neue Mitarbeiter für sich zu gewinnen.

Modernisieren Sie zunächst Ihre Corporate Identity

Bevor Sie sich in Online-Portalen wie Hotelcareer, Xing, Hospitality Leaders, aber auch in den Sozialen Medien wie Twitter, Facebook und Instagram als Unternehmen vorstellen, sollte die Corporate Identity des Hauses auf ihre Modernität hin überprüft werden. Ist Ihre Unternehmensphilosophie noch zeitgemäß? Spricht das Firmenlogo auch noch jüngere Generationen an? Ist Ihr Internetauftritt einheitlich, kreativ und modern genug? Gibt es Videos über das Unternehmen im Netz? Diese Fragen stellten sich auch die neuen Geschäftsführer des Grandhotels Nassauer Hof in Wiesbaden, Julia und Constantin Von Deines. Als erste Amtshandlung modernisierte das junge Ehepaar die CI des Hauses, indem sie unter anderem das Logo des Hotels überarbeiteten. Darauf aufbauend engagierten sie eine Social-Media-Agentur für den Online-Auftritt und erschufen ein neues, einheitliches und modernes Image des Hauses. Erfreulicherweise lösten sich mit der Zeit dank der „neuen digitalen Visitenkarte“ auch die Mitarbeiterprobleme des Hotels.

Entlasten Sie die Personalabteilung

Der Beruf des Personalverantwortlichen ist mit der rasanten Digitalisierung und dem Fachkräftemangel sehr komplex geworden. Noch vor zwanzig Jahren wurde bei einem Personalbedarf eine Stellenanzeige in der Zeitung veröffentlicht, die Bewerbungen kamen per Post und die passenden Kandidaten wurden zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Heutzutage müssen sich HR-Mitarbeiter mit Begriffen wie „Visibility Ranking“, „Cross Links“ oder „Performance Marketing“ beschäftigen und den digitalen Habitus der gewünschten Bewerber kennen, um diese auf dem unüberschaubaren Online-Arbeitsmarkt zu finden. Wie soll ein HR-Mitarbeiter das allein noch bewerkstelligen können? „Damit die eigenen Vakanzen an der richtigen Stelle erscheinen, rate ich Betrieben, einen Recruiting-Spezialisten zu Hilfe zu holen“, so Michael Seidel. Diese Recruiting-Spezialisten stellt beispielsweise das Berliner Unternehmen HeyJobs zur Verfügung. Sie haben sich auf das „Performance Marketing“ von Betrieben spezialisiert, beraten ihre Kunden über optimale Recruiting-Strategien und und positionieren optimierte Stellenanzeigen online auf mehr als 100 Kanälen. Die Kosten variieren hier je nach Projekt und werden mit den Firmen individuell abgestimmt. Eine weitere Job-Advertising-Lösung ist „Jobspreader“, die ebenfalls nach dem Performance-Prinzip arbeitet. Hier werden Stellenanzeigen direkt bei Erscheinen auf der Karrierewebseite ausgelesen, in den passenden Netzwerken verteilt und am Ende eine vorab festgelegte Menge potenzieller Bewerber direkt auf die Karriereseite geliefert. Entlasten Sie also Ihre Personalabteilung, indem Sie externe Recruiting-Spezialisten engagieren, die sich nur um das digitale Personal-Marketing kümmern. Wem das nötige Kleingeld hierfür fehlt, sollte auf seine jüngeren Mitarbeiter zurückgreifen. Bitten Sie diese doch mal, das Unternehmen online auf jeglichen Recruiting-Sites und in den Sozialen Medien zu vertreten. Sie werden sich wundern, zu was die neue Generation, die sogenannten „Digital Natives“, alles fähig ist. 

Digitales Empfehlungsmarketing

Durch die Digitalisierung ist die Welt zu einem Dorf geworden. Menschen verknüpfen sich und tauschen in schwindelerregender Geschwindigkeit Informationen aus. Nach diesem Prinzip der digitalen Mund-zu-Mund-Propaganda entstanden die Plattformen Kununu, Talentry und First Bird. Aktuelle und ehemalige Mitarbeiter, Bewerber und Lehrlinge bewerten hier ihre Betriebe in den Kategorien Arbeitsbedingungen, Karrierechancen und Gehalt oder können mit Hilfe dieser Portale neue Mitarbeiter anwerben. Laut einer Studie von Talentry hat jeder Mitarbeiter im Durchschnitt 341 Kontakte, die auf zwei bis drei Netzwerke verteilt sind. Ein Unternehmen mit 1.000 Mitarbeitern könnte also über seine Mitarbeiter theoretisch bis zu 300.000 potentielle Bewerber erreichen. Nutzen Sie also die Hilfe Ihrer Mitarbeiter, um sich erstens eine gute Arbeitgeber-Bewertung über Kununu zu verschaffen und zweitens, um mit dem Ansporn von Prämien neue Mitarbeiter über Talentry und First Bird zu gewinnen.

Informieren Sie sich über neue digitale HR-Trends

Auch wenn Sie sich in der digitalisierten Welt weitestgehend sicher fühlen und keine externe Hilfe benötigen, ist eines nicht von der Hand zu weisen: Die Digitalisierung schreitet in einem rasanten Tempo voran und neue digitale HR-Trends sprießen wie Unkraut aus dem Boden. Einen idealen Überblick über diese HR-Trends liefern zunehmend spezielle Blogs. Einen überaus interessanten und hilfreichen Trend für 2018 erwähnte beispielsweise der Blog Team-HR. Sogenannte „Chat-Bots“ für die digitale Mitarbeitersuche sollen zukünftig die Kontaktaufnahme mit der Personalabteilung vereinfachen. Über ein Chat-Symbol auf der Homepage des Unternehmens werden interessierte Bewerber direkt zu einem Karriereberater verbunden. Hanno Renner, der Gründer und Geschäftsführer des Blogs „Personio“, sieht den größten Vorteil von Blogs vor allem in ihrer Aktualität. Außerdem seien sie kostenfrei und bieten durch verschiedene Formate wie Podcasts oder Videos zusätzlich perfekte Möglichkeiten, sich mit Fachthemen vertraut zu machen. Ein Blick in fundierte Blogs sollte also heutzutage zu der täglichen Arbeitsroutine eines Geschäftsführers gehören. 

HR-Blogs, die Sie kennen sollten!

1. wollmilchsau.de

2. team-hr.de

3. saatkorn.com

4. tandemploy.com

5. personio.de

6. personalmarketing2null.de

7. hrisnotacrime.com

8. frechmut-blog.ch

9. martingaedt.de

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