Im Fokus: Was ist Qualität?

Die Zukunft der Qualität
Qulitätspyramide

Qualität ist individuell und dynamisch, als Erfolgsfaktor und Differenzierungsmerkmal aber gleichzeitig unerlässlich. In der Studie „Die Zukunft der Qualität – Neue Maßstäbe für Produkte, Prozesse und Unternehmen“ stellt das Zukunftsinstitut (www.zukunftsinstitut.de) Leitthesen für die Zukunft der Qualität vor. Denn neben einer Reihe von Mindestanforderungen entscheiden künftig neue Faktoren, was hohe und höchste Qualität ist.

1. Individualisierung:
Produkte und Marken müssen nicht mehr nur Grundbedürfnisse befriedigen, sondern zum Lebensstil passen. Das bedeutet für den Einzelnen, dass Qualität dort beginnt, wo der Standard aufhört. Qualität wird vielfach mit der Devise verbunden: besser statt mehr. Für die Dienstleistungsökonomie bedeutet dies, dass nicht Normung, sondern Kreativität gefragt ist. Die Ausrichtung auf individuelle Bedürfnisse treibt den Fortschritt voran, nicht länger Standardisierung und Routinen. Einzigartigkeit avanciert zum wichtigen Kaufkriterium.

2. Neo-Ökologie
D
ie Zeiten, in denen Produkte allein durch ihre Funktionsweise und Lebensdauer zufriedenstellten, sind vorbei. Der öko-soziale Mehrwert von Produkten wird zum ausschlaggebenden Kaufargument, weil Menschen immer stärker bereit sind, in „gute“ Produkte zu investieren. Fair, grün und nachhaltig – das sind die entscheidenden Qualitätskriterien der Zukunft. Konsumieren mit guten Gewissen wird zur Maxime; der Öko-Chic avanciert zum Qualitätsmerkmal. Es spricht vieles dafür, dass unsere Wegwerfgesellschaft am Übergang zu einer Kreislaufwirtschaft steht.

3. Vertrauen
Mehr Qualität durch mehr Transparenz lautet die Devise. Ökologisch, sozial oder ethisch fragwürdige Methoden – egal, ob sie sich lokal, regional oder global auswirken – haben zum Umdenken geführt. Ein neues Qualitätsverständnis führt dazu, dass künftig deutlich mehr Gewicht auf die Region, lokale Wertschöpfung und verantwortungsvolle Unternehmensführung gelegt wird. Vertrauen können nur jene Unternehmen aufbauen, die eine offene Informationspolitik betreiben und deren Leitlinien Transparenz und Ehrlichkeit sind. Wahre Qualität braucht Gespräche, Dialog, Respekt, Verantwortung und Freude an der Sache.

4. Design
Der Kunde von morgen entscheidet sich für Produkte und Dienstleitungen nur noch, wenn diese aus seiner Sicht stimmig sind. Die wahrgenommene Qualität ist daher von verschiedenen Aspekten abhängig: Optik, Haptik, Verarbeitung – das gesamte Design inklusive Usability und dem Service vor, während und nach dem Kauf. Produkte müssen nicht mehr nur einfach „funktionieren“, sie müssen smart sein. Das heißt, die gute intuitive Bedienung und Nutzerfreundlichkeit sind nicht nur bei der Gestaltung von Waren ein immer wichtigeres Qualitätskriterium, sondern ebenso bei Dienstleistungen.

5. Gesundheit
Lange Zeit war die oberste Maxime, dass Produkte und Prozesse nicht krank machten, also die Gesundheit nicht schädigen. Das reicht inzwischen nicht mehr aus: Menschen wünschen sich Angebote, die gesundheitsfördernd sind. Je stärker das psychosoziale Wohlbefinden ins Zentrum des öffentlichen Diskurses rückt, umso mehr wächst das Interesse am gesundheitlichen Mehrwert. So sollen beispielsweise Räume künftig eine heilende Wirkung haben. Materialien sollen das Wohlbefinden steigern, Beleuchtung körperliche sowie psychische Zustände verbessern.

 

Das Fazit der Zukunftsforscher: Unternehmen, die die neuen Maßstäbe der Qualität als Leitprinzipien verankern, sind auf lange Sicht erfolgreicher. Das Innovationspotenzial auf diesem Gebiet ist enorm. 
Eine kleine Leseprobie finden Sie übrigens hier.

Die Zukunft der Qualität (Kooperation mit TÜV AUSTRIA Akademie GmbH), Christian Rauch, Juni 2013, ISBN: 978-3-901942-39-6, 140.00 € zzgl. 7 % MwSt., www.zukunftsinstitut.de

  

Kommentare

Die Individualisierung halte ich für einen sehr guten Punkt. Denn es macht einen Unterschied, ob das Essen mit viel Liebe zum Detail kreiert wurde oder wie am Fließband den Gästen zur Verfügung gestellt wird es bei Fast Food Systemgastronomie oder All you can eat Büffet der Fall ist. Ein gutes Beispiel für individualisierte Produkte ist auch im Kaffeebereich zu finden. So hat Bosch den Trend der Zeit erkannt und bietet beispielsweise auf http://www.bosch-home.com/de/produkte/kaffeegenuss/solo-kaffeevollautoma... für die Kaffeevollautomaten Personal Coffee Einstellungen, wo bis zu 6 Nutzer ihre Einstellungen integrieren können. Solche Funktionen sollten auch in der Barista Szene integriert werden.

Neuen Kommentar schreiben