Interview: Doreen Philipp... in BARCELONA!

Doreen Philipp in der „Ohla Boutique Bar“
Doreen Philipp  wird ihren Auslandsaufenthalt verlängern.
Doreen Philipp mit Jägermeister in Barcelona
Doreen Philipp genießt ihre Auszeit

Das Stipendium gibt einem einen positiven Kick“

Seit Mitte November arbeitet Doreen Philipp in der renommierten „Ohla Boutique Bar“ im Herzen von Barcelona. Mit einem Stipendium von Jägermeister konnte sie diesen Traum verwirklichen.

Hallo Doreen, wie lebt es sich in Barcelona?

Sehr gut! Das Arbeitsleben ist sehr abwechslungsreich und macht eine Menge Spaß! Ich habe sehr viel Besuch von Freunden aus Deutschland. Alle sind ganz begeistert, dass ich hier bin.

Was ist die Besonderheit der „Ohla Boutique Bar“?

Die Bar hatte ich schon einige Jahre im Blick, weil sie mehrfach unter des World´s Best Bars gelistet war. Hier arbeiten international renommierte Bartender, bei denen man sich schon etwas abschauen kann. Alleine wie die Cocktails aussehen und welche Ideen dahinter stecken, das fand ich schon immer großartig. Damit liegen sie voll auf meiner Wellenlänge! Viele Bars machen heute ja nur noch ganz klassische Drinks aus der Zeit der Prohibition und davor. Das ist nicht ganz mein Ding. Ich finde, man muss eine Möglichkeit finden, die Drinks etwas an den heutigen Geschmack anzupassen.

Für mich ist ein Drink nicht nur ein Getränk. Er muss schön gemacht sein und es sollte eine Geschichte dahinter stehen, die mit den Ingredients korrespondiert. Genau das ist hier der Fall. Ein Beispiel aus unserer Bar ist der Drink „Good Night Lady“, bei dem auch Kamille verwendet wird, die für eine beruhigende Wirkung steht. Er wird in einem Gute-Nacht-Tässchen serviert, dazu wird mit einem Grammophon Einschlafmusik gespielt und Kamillenblütenduft eingesetzt.

Was ich hier großartig finde und auch so noch nicht erlebt habe, ist, dass aufwendige Wettbewerbsdrinks eins zu eins auch in der Bar serviert werden. Sonst hört man oft, dass die im normalen Barleben nicht umsetzbar seien. In der „Ohla Bar“ wird nicht so großer Wert auf Schnelligkeit gelegt, dafür bekommt jeder Gast auch die aufwendigsten Drinks mit allem Tamtam serviert. Jeder Drink ist irgendwie speziell und hat seine Geschichte. Zum Beispiel gibt es hier den Old Fashioned in abgewandelter Form: „Three Magic Numbers“ basiert auf den drei Spirituosen Bourbon, Rum und Cognac, beinhaltet noch die drei verschiedenen Bitters Schokolade, Orange und Angostura, und dann kommt noch etwas Vanillezucker dazu. Doch damit nicht genug: Es werden noch Schokoladen- und Vanilletabak gesmoked, die zusammen mit dem Drink in ein Gefäß in Form eines Totenschädels kommen. Man sieht, wie der Rauch aufsteigt, die ganze Bar fängt an danach zu duften und wenn die Barkeeper gut drauf sind, spielen sie dazu auch noch die Musik von Star Wars und leuchten mit einer Taschenlampe, damit man den Smoke aufsteigen sieht. Und solche Ideen haben die hier jeden Tag!

Wie unterscheidet sich die Gastro-Szene in Barcelona von dem, was wir in Deutschland kennen?

Den Service wie ich ihn aus Deutschland kenne, gibt es hier höchstens in Fünf Sterne Hotels. In den klassischen Bars gibt es nichts in der Art. Auf breiter Front ist der Service – wie soll ich sagen – ausbaufähig. Auch das organisatorische Grundwissen, das man bei der Ausbildung in Deutschland  bekommt, ist nicht vergleichbar mit dem Status quo hier. Hier kann es passieren, dass man in der Silvesternacht dasteht und sich fragt, ob es nicht vielleicht besser gewesen wäre, Eis zu bestellen… Ich habe tatsächlich festgestellt, dass mir die gewohnte organisatorische Struktur etwas fehlt. Andererseits merke ich jetzt, dass mir dadurch auch einiges an Spontanität verloren gegangen ist. Ich hatte kaum noch Platz im Kopf für innovative neue Kreationen, daher genieße ich diese Auszeit jetzt sehr.

Wie wichtig ist es, Jägermeister im Rücken zu haben?

Alleine wäre eine Erfahrung wie diese viel schwerer zu realisieren gewesen. Zum einen braucht man den konkreten Impuls zu sagen: „Jetzt packe ich meine Koffer und mache einfach mal etwas ganz anderes!“ Das Stipendium selbst gibt einem schon einen positiven Kick.

Zum anderen ist es alles andere als einfach, auf eigene Faust in eine der Top-Bars weltweit zu gehen und zu sagen: „Hallo, hier bin ich, bitte bringt mir etwas bei und teilt euer Know-how mit mir.“ Und ohne die Beziehungen von Jägermeister wäre das relativ schwierig. Zum anderen unterstützen sie jederzeit, wenn es Schwierigkeiten gibt und finden gute Lösungen. Wenn man mit Jägermeister unterwegs ist, braucht man sich im Grunde um nichts Sorgen zu machen!

Und wie geht es Mitte April nach Beendigung des Stipendiums weiter?

Auf jeden Fall werde ich meinen Auslandsaufenthalt verlängern. Als klar war, dass ich das Jägermeister-Stipendium bekomme, habe ich mich entschieden, nach fünfeinhalb Jahren im Bayerischen Hof etwas anderes zu machen. Ich habe schon viele Ideen, aber noch nichts entschieden, von Industrie bis Selbständigkeit ist noch alles drin. Kurzfristige Pläne gibt es dagegen: Mein Freund ist nach Barcelona mitgekommen und wir haben beschlossen, die Gelegenheit zu nutzen und uns, solange wir ungebunden sind,  in der die Welt umzuschauen. Die Neugier ist jetzt geweckt.

Dein Tipp an Kollegen, die auch einmal im Ausland arbeiten wollen?

Es hängt immer auch von einem selbst ab, was man aus dem Stipendium macht. Ich habe mir vorher lange überlegt, wo und in welchen Bars ich gerne arbeiten würde. In den ersten Wochen habe ich mich auf den Hosenboden gesetzt und nur spanisch gelernt. Ohne diese Eigeninitiative hätte ich den Job hier auch nicht bekommen.

Welche Bedeutung hat Jägermeister in Barcelona?

Unsere international erfahrenen Barkeeper kennen Jägermeister natürlich schon, allerdings ist die Marke in Spanien weniger verbreitet als bei uns. Ich fühle mich daher auch als eine Art Botschafterin, die die tollen Einsatzmöglichkeiten vermittelt.

Hast Du die Barszene schon erkundet? Was kannst Du unbedingt empfehlen?

Es gibt ein unglaubliches Angebot. Doch obwohl viele Läden Spirituosen im Backboard stehen haben, wird gar nicht so viel gemixt. Aktuell wird Gin-Tonic total gehypt. Es gibt tolle spanische Biere. Aber wenn man einen tollen Cocktail möchte, beschränkt sich das Angebot auf einen kleinen Kreis elitärer Bars.

Mehr unter .... doreen.hubertusrat.de

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