Interview: Es wird häufig übersehen, dass Kaffee ein Naturprodukt ist!

Ulrike Neiss, Leiterin des Lavazza Training Center in Frankfurt am Main

Ulrike Neiss ist Leiterin des Lavazza Training Center in Frankfurt am Main. Sie spricht über ihr Kursangebot, den momentanen Handwerkstrend und darüber, was der Espressospezialist Lavazza mit Filterkaffee am Hut hat. 

fizzz: Kaffee gilt weiterhin als gastronomischer Boom-Markt. Können Sie das aus Ihrer Sicht unterstreichen – und wie macht sich das im Lavazza Training Center bemerkbar?

Ulrike Neiss: Auf jeden Fall! Uns fällt auf, dass viele Kursteilnehmer wirklich bei uns ihr Wissen über Kaffee und Kaffee-Sensorik vertiefen wollen. Sie bereiten sich gut vor und kommen mit konkreten Fragen in die Kurse. Wir antworten darauf zum Beispiel mit Kursen, die an verschiedenen Kompetenzlevels (z. B. Sensorik, Rösten, Brühen, Rohkaffee, etc.) ausgerichtet sind. Und wir bereiten uns gut darauf vor, wer in die Kurse kommt. Es ist nämlich auch für uns immer wieder spannend, anhand der Fragen der Teilnehmer diejenigen Themen zu erfahren, die den Gastronomen am Herzen liegen. Seit 2015 sind wir Mitglied in der Specialty Coffee Association of Europe (SCAE). Ab 2016 werden wir SCAE Kaffeediplome vergeben können.

fizzz: Was sind die häufigsten Fehler, die in der Gastronomie  immer noch im Umgang mit Kaffee begangen werden?

Ulrike Neiss: Spannenderweise wird manchmal immer noch übersehen, dass Kaffee ein Naturprodukt ist. Das heißt, der Rohstoff Kaffee ist sensibel und passt sich nicht immer unseren pragmatischen Bedürfnissen an. Seine Zubereitung braucht Zeit. Außerdem will er sorgsam gelagert werden, bei richtiger Temperatur, bei richtigen Lichtverhältnissen etc. Das hat einen echten Einfluss auf die Qualität in der Tasse – und auf den täglichen Arbeitsablauf. Von solchen Fehlern im Umgang gibt es einige.

fizzz: Wie greift Lavazza aktuelle Kaffeetrends im Training Center auf?

Ulrike Neiss: Im Lavazza Training Center zeigen wir auch alternative Zubereitungsmethoden, zum Beispiel so genannten „Cold Brew“ und diverse andere Extraktionsverfahren. Wir arbeiten auch an der Neu- oder Weiterentwicklung von Produkten im Sinne der Third oder Fourth Wave Generation. Hiermit konnten wir schon gefeierte Blogger-Gruppen begeistern.

fizzz: Beim Bier gibt es einen Craft-Trend – und auch beim Kaffee gewinnen Handwerksröstereien an Bedeutung. Wie reagiert Lavazza mit seinen Angeboten und Produkten auf diese Entwicklung?

Ulrike Neiss: Lavazza pflegt eine langjährige Kooperation mit Slow Food und dem Salone del Gusto in Turin und zeigt damit seine Wertschätzung für Qualität und Nachhaltigkeit. Als einer der größten Kaffeeröster weltweit sind wir nicht nur in der Lage, auf die Fein- und Besonderheiten einzelner Sorten einzugehen. Wir können sie sogar kontinuierlich in Spitzenqualität anbieten. Mit herausragenden Produkten wie unserem äthiopischen Single-Origin-Produkt Kafa zeigen wir Konsumenten wie Gastronomen, was man mit der richtigen Verarbeitung und Veredelung der Kaffeekirsche in der Tasse erreichen kann.

fizzz: Filterkaffee feiert derzeit ein kleines Revival – auch ein Thema für den Espressospezialisten Lavazza?

Ulrike Neiss: Absolut! Im Retail-Bereich haben wir dieses Jahr mit „Filtro italiano“ zwei neue Filterkaffee-Produkte auf den Markt gebracht. Auch für unsere Kunden aus der Gastronomie haben wir für das Jahr 2016 neue, spannende Filterkaffeeprodukte vorgesehen – freuen Sie sich mit uns darauf! 

www.lavazza.de

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