Interview: Jeff Maisel über den Craft-Markt 2015

Jeff Maisel, Maisel & Friends

fizzz: Wie hat sich Maisel & Friends im vergangenen Jahr in der Gastronomie und im Handel entwickelt?
Jeff Maisel: Wir freuen uns riesig, dass der Freundeskreis unserer Maisel & Friends Spezialitäten stetig weiter wächst. Immer mehr Menschen brennen darauf, die neuen Geschmacksdimensionen unserer Bierspezialitäten zu entdecken. Das zeigt auch die tolle Absatz- und Distributionsentwicklung unserer Maisel & Friends Biere.

Im Spätsommer 2014 haben wir neben unseren Edelbieren in der 0,75l Flasche unser Maisel & Friends Pale Ale auf den Markt gebracht. Kaltgehopft mit fünf verschiedenen Hopfensorten und 5,2 % Alc. Vol. ist es in der 0,33l Flasche als echtes Session-Bier einfach perfekt für die Gastronomie geeignet. Die ersten Rückmeldungen waren allesamt positiv. Gäste wie Gastronomen freuen sich über diese für sie neue Geschmacksvielfalt, die sich im Biermarkt derzeit ausbreitet.

Wir sind überzeugt, dass es nicht mehr lange dauern wird, bis es in der Gastronomie neben einer gepflegten Weinkarte auch eine spezielle Bierkarte mit einer großen Auswahl an Bierspezialitäten geben wird. Aus unserer Sicht eine riesige Chance für die Gastronomie, aber auch für den Handel.

Was können wir von Maisel & Friends im Jahr 2015 erwarten? 
Wir fiebern dem Jahr 2015 mit großer Spannung entgegen, denn es wird sich im Craftbier-Markt wieder einiges tun und wir sind uns sicher, dass der Craftbier-Trend noch weiter an Dynamik zulegen wird. Auch wir werden einige Neuigkeiten vorstellen können. Gleich im Frühjahr werden wir mit vier Fassbierspezialitäten auf den Markt kommen. Neben der Fassbiervariante unseres Maisel & Friends Pale Ales wird es noch drei weitere Spezialitäten vom Fass geben: Maisel & Friends India Ale (malzaromatisch, angenehm fruchtig und intensiv gehopft – unser IPA für alle Tage). Maisel & Friends Bavaria Ale (eine Extraportion Weizen und australischer Wunderhopfen sorgen für einen Weissbiergenuss der besonderen Art). Maisel & Friends Choco Porter (schwarz und süffig wie ein typisches Porter – malzig und fett wie ein dunkler Bock).

Auch in 2015 werden wir wieder ein Collaboration-Bier mit einem befreundeten Brauer abfüllen. Wir freuen uns schon wie kleine Kinder auf das neue Bier, können aber zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht mehr verraten…

Natürlich arbeiten wir auch mit Hochdruck am Bau unserer Maisel & Friends Bierwerkstatt mit Brauhaus, Bäckerei, Brennerei und Gastronomie. Wenn alles gut läuft, sollte es uns gelingen, bis Ende des Jahres die Eröffnung zu feiern. Jede Menge Action ist bei Maisel & Friends 2015 also garantiert!

In den USA entfallen rund 14 Prozent des Bierabsatzes auf Craftbier. Wie groß schätzen Sie das Potenzial von Craftbier in Deutschland ein?
Craftbiere bilden momentan noch eine sehr kleine Nische am deutschen Biermarkt. Obwohl das Thema in aller Munde ist, wird doch mehr über Craftbier berichtet, als dass es tatsächlich verkauft und konsumiert wird. Daher ist an eine vernünftige Mengeneinschätzung heute noch gar nicht zu denken. Ich würde mich einfach freuen, wenn immer mehr Menschen die neue Welt dieser Biere für sich entdecken und damit die Nachfrage kontinuierlich ankurbeln. Wir werden jedenfalls alles tun, um das Thema Craftbier weiter voranzubringen. Glücklicherweise kommen auch tagtäglich mehr Mitstreiter hinzu, die bereit sind, diesen Markt weiterzuentwickeln und ständig neue Impulse einzubringen.

Ein Etappenziel wurde schon erreicht: Es wird wieder positiv über Bier gesprochen, berichtet und diskutiert. Das gab es lange nicht und wird dem Biermarkt insgesamt sicherlich gut tun. Ich bin mir sicher, dass viele Craftbiere, die jetzt bereits am Markt sind auch langfristig eine feste Position im Markt bekommen, wenn sich die Brauer treu bleiben und hier wirklich innovative und außergewöhnliche Biere abseits des Mainstreams anbieten.

Sie bieten neben den 0,75-l-Flaschen nun auch Biere im 0,33-l-Gebinde an. Wo verläuft die Trennung? Sprechen Sie mit den unterschiedlichen Gebinden unterschiedliche Zielgruppen an?
Nach unserer Erfahrung gibt es tatsächlich unterschiedliche Zielgruppen. Unsere Maisel & Friends Signature-Biere Stefan’s Indian Ale, Jeff’s Bavarian Ale und Marc’s Chocolate Bock sind vor allem gedacht, um sie gemeinsam mit guten Freunden zu genießen und werden deshalb auch in der 0,75-Liter-Flasche angeboten. Unsere Edelbiere sprechen den anspruchsvollen Genießer an, denn sie bieten besondere Geschmackserlebnisse, wie man sie bisher beispielsweise von Wein oder Cognac kennt.

Session-Biere, wie unser Maisel&Friends Pale Ale oder unsere neuen Fassbierspezialitäten, richten sich dagegen eher an den klassischen Bierfan, der neue Geschmacksimpulse sucht. Der Alkoholgehalt ist moderater als bei den Edelbieren, die Geschmacksmomente sind aber genauso besonders und ausgefallen. Beim Pale Ale sorgen beispielsweise fünf verschiedene Hopfensorten für eine ausgewogene Harmonie von leichter Hopfenbittere und frischen, fruchtigen Aromen. Das Pale Ale darf ruhig auch aus der Flasche getrunken werden – ein Session-Bier für entdeckungsfreudige Konsumenten, die ein besonderes Bier mit dem gewissen Extra wollen.

Der Begriff „Craftbier“ wird in Deutschland immer wieder stark diskutiert. Wie definieren Sie den Begriff bezogen auf Ihr Biersortiment?
Ich definiere den Begriff eher emotional: Bei einem Craftbier sollten in erster Linie die Liebe und Leidenschaft zum Produkt im Vordergrund stehen. In unserer Heimat Franken gab es schon immer nach traditioneller Braukunst hergestellte Bierspezialitäten. ‚Traditional craft‘ sind für mich Biere wie fränkisches Kellerbier, bayerisches Helles oder Weißbier – zum Beispiel auch unsere Maisel’s Weisse Original. Auf der anderen Seite gibt es ‚modern craft‘. Das sind Biere, die sich vor allem durch Kreativität, neue Rezepturen, Innovationsfreude und alternative Brauverfahren auszeichnen. Wir selbst hatten den Wunsch, Bier wieder den Stellenwert zu geben, den es in unseren Augen verdient hat. Auch mit Bier, das streng nach dem Reinheitsgebot gebraut ist, ist viel mehr Genuss und Aromenvielfalt möglich, als den meisten Menschen bisher vielleicht bekannt war. Mit der Marke Maisel & Friends entstehen gemeinsam mit guten Freunden moderne Interpretationen internationaler Biertypen, die den aufgeschlossenen Genießer ansprechen, der das besondere Geschmackserlebnis beim Bier sucht. Es sind Biere von starkem Charakter – besonders und überraschend, aber nicht abgehoben. Mit Jeff’s Bavarian Ale habe ich selbst die Herausforderung angenommen, das bayerische Nationalgetränk Weissbier völlig neu zu interpretieren und es ist wirklich spannend, welche tollen Aromen dabei herausgekommen sind.

Kommentare

Sehr geehrtes Maisels Team,

ich wohne in Dortmund und bin ein begeisterter Fan von Ihren Edelbieren, insbesondere vom India Pale Ale.
Ist es möglich in meiner Gegend hier, das Bier im Fass, für die heimische Zapfanlage zu bekommen?

Mit freundlichen Grüßen

Frank Liebetanz

Hallo Herr Liebetanz,

bitte richten Sie Ihre Frage direkt an die Brauerei Maisel. Wir, die Redaktion fizzz, haben nur über die Biere berichtet, vertreiben sie aber ja nicht selbst.

Herzliche Grüße,

Benjamin Brouer
Stv. Chefredakteur fizzz 

 

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