Interview: Max Braunmiller: Gastro und ich

Max Braunmiller Red Bull Spezial. Foto: Kitchenkiss Photography München

Red Bull Spezial

Max Braunmiller:
Gastro & Ich

Mit Clubs, Bars und Restaurants wie „089 Bar“, „Call me Drella“, „Filmcasino“, „Burger & Lobster Bank“ sowie erfolgreichen Eventreihen gilt Max Braunmiller als Party-König der Münchner Gastro-Szene.

Eure Clubs sind zu – aber weshalb haltet Ihr auch eure Bars und Restaurants geschlossen?

Weil es sich unter den zu erfüllenden Auflagen nicht überall rentiert. Im Burger & Lobster würden wir geöffnet mehr draufzahlen als geschlossen. Im Filmcasino haben wir offen, weil wir mehr Gäste platzieren können. Das ist kein Gewinngeschäft, aber so kann sich das Personal wenigstens etwas Trinkgeld dazuverdienen.

Wie hast Du die Zeit des gastronomischen Lockdowns für Dich privat und beruflich genutzt?

Privat hat mich das alles schon etwas gestresst, deshalb habe ich nach Möglichkeiten der inneren Entschleunigung gesucht und um mich abzulenken. Das habe ich in der Kunst gefunden.  Ich bin jemand der immer kreativ sein muss. Ich male wieder (habe ich ja früher viele Jahre lang, und Ausstellungen im In- und Ausland gemacht), plane eine Ausstellung und arbeite oft in der Vergolderwerkstatt in der ich früher meine Lehre gemacht habe, um meine eigenen Bilderrahmen zu machen. Ich komme ja aus einem ganz anderen Bereich als der Gastronomie. Aber auch hierfür bleibt zu wenig Zeit, weil man sich derzeit viel mit Banken und Versicherungen oder aber auch mit Ausweichkonzepten beschäftigen muss. Man will ja im Game bleiben, ist aber nicht so einfach.

Dein Arbeitsmotto / Lebensmotto / Erfolgsmotto?

Das wird mega / bleib locker / sei vielseitig und bleib immer auf dem Boden.

Aus der Corona-Krise gehe ich gestärkt hervor, weil…

weil ich die Zeit nutze, um Energie und Ideen zu tanken. Ich habe die letzten Jahre vergessen mir die Zeit hierfür zu nehmen. In meinem Kopf geht gerade so einiges ab. Man trifft ja gerade viele Menschen und hört ihnen zu, was sie am meisten vermissen… das gilt es dann mit Hingabe umzusetzen.

Was sind die wichtigsten Zutaten für eine gute Party?

Die richtige Mischung aus Gästen, perfektes Licht, Musik für alle, DJs, die sich nicht zu ernst nehmen, wohlige Temperatur, kalte Drinks, schnelle Garderobe, ausreichend Toiletten, Holzboden (damit die Scherben nicht unter den Schuhsohlen knirschen, viele offene Bars für die Kommunikation, gutgelauntes Personal, „das gewisse Etwas“ in der Einrichtung, bequeme Sitzmöbel, der Aufbau sollte so sein dass jeder von überall aus alles mitbekommt, usw…. Man soll sich wie auf einer riesigen Geburtstagsparty fühlen, auf der man zufällig gelandet ist, denn dann bekommt man das nötige Zugehörigkeitsgefühl und weiß, dass man ist im richtigen Laden, oder auf der richtigen Party angekommen ist. Nur so schwingt den ganzen Abend über die richtigen Emotionen durch die Luft. Dann ist alles möglich!

Wie siehst Du die Münchner Clubszene in 12 Monaten?

Ich hoffe und glaube fest daran, dass es genauso wie vor 12 Monaten sein wird. Aber eventuell auch mit neuen Clubs die die Stadt bereichern.

Was macht die Münchner Clubszene besonders?

Ist sie das denn? Ich finde sie genauso schön wie in vielen anderen Orten dieser Welt, nur dass wir natürlich die feschesten Madln und Buam haben! Was uns allerdings tatsächlich besonders macht ist, dass man fast alles bequem zu Fuß ablaufen kann, da die meisten Clubs nicht so weit voneinander entfernt sind. Und bei uns gibt es viele Mixe aus Musik. In anderen Städten hört man entweder nur Techno oder eben Hip Hop, bei uns ist das ganz gut aufgeteilt, mit allen Genres die man eben so kennt.

Was ist Dein Anteil daran?

Ich versuche innovativ zu sein und das spiegelt sich in meinen Betrieben wider. Ein bisschen Risiko muss man schon eingehen, wenn der Club etwas Besonderes werden soll, aber das macht viel mehr Spaß.

Was ist Dein Herzensprojekt?

Die 089 Bar. Damit hat bei mir alles angefangen was mit Club zu tun hatte. Da wurde Geld geliehen, alles auf eine Karte gesetzt, selbst geschraubt, getackert, gebohrt und gemalert… herrlich! Das wird für immer mein Herzensprojekt sein, denn da wurde ein lang gehegter Traum verwirklicht, mit guten Freunden einen eigenen Laden zu betreiben, in dem Freunde und sonst wer eine tolle Zeit haben werden. Es sollte etwas weit weg von Schickimicki aber dennoch cool werden; Ungezwungen lässig lustig. Fertig war die 089 Bar.

Was ist Dein nächstes Projekt?

Alles erst mal wieder zum Laufen zu bringen, wie es vor dem Lockdown war, da wars nämlich perfekt.

Red Bull und ich sind …

seit so vielen Jahren befreundet, dass ich schon gar nicht mehr weiß wie lange genau. Die Jungs haben mich schon bei den ersten kleinen Partys unterstützt. Es entstand eine Art Symbiose zwischen uns - das ist schon lange keine Geschäftsbeziehung, das ist Freundschaft.

redbull.de