Kommentar: Brouërs Corner

Geld wird’s richten?

Rettet die Wirtshäuser – so schallt es derzeit von vielen Seiten. Gerne doch, wenn’s nur so einfach wäre. Das Land Bayern „löst“ das Problem so: Im Rahmen eines Gaststättenmodernisierungs-programms werden 30 Millionen Euro an Gasthäuser im ländlichen Raum gezahlt, mit denen die Betriebe umgebaut, erweitert, teilsaniert oder modernisiert werden können. Sprich: Mit Steuergeldern, also dem Geld der Bevölkerung, sollen die Betriebe bezuschusst werden, in die die Leute aus verschiedenen Gründen nicht mehr gehen. Das erinnert fast an das Festkrallen an Braunkohle: die Lebenszeit von Todgeweihten künstlich etwas verlängern… Klingt hart? Ist es auch – für alle Beteiligten, allen voran natürlich für die Gastronomen! Mit einer Finanzspritze zum Aufhübschen eines nicht mehr zeitgemäßen Lokals ist es aus meiner Sicht aber nicht getan. Das Problem liegt tiefer. Was die Gastronomen brauchen, ist professionelle Beratung – darüber, ob, und wenn ja, wie sich ihr Betrieb zukunftsfähig aufstellen lässt. Und ob es am Ende nicht vielleicht doch klüger ist, einen Schlussstrich zu ziehen.

Benjamin Brouër 
Stv. Chefredakteur
brouer@fizzz.de