Kommentar: Brouërs Corner: Chillige Tunes

Musik in der Gastronomie kann eine schöne Sache sein. Wenn sie als dezenter Hintergrund quasi das Grundrauschen eines Cafés, eines Restaurants oder einer Bar bildet. Also streng genommen, wenn man sie mehr fühlt als hört. Steht einem als Gast der Sinn nach Konversation, ist also höchste Wachsamkeit bei der Wahl des Ortes geboten. Skeptisch sollte man bereits werden, sobald „chillige Tunes“ angekündigt werden, bedeutet dies doch meist, dass der unterforderte Local DJ mit voller Inbrunst einen seiner seltenen Sets absolviert. Samt unaufgeforderter Zugabe. 

Das Weite suchen beziehungsweise den Laden großräumig umfahren sollte man, wenn von „Turntable“, „Beats“ und „Bass“ die Rede ist. Es sei denn, Sie haben Ohrstöpsel dabei und vermögen sich auf Gebärdensprache zu verständigen. Am allerschlimmsten aber ist Live-Musik in der Gastronomie. Zu laut, schlecht abgemischt, jegliche Stimmung und Intimität killend. Regelrecht übergriffig empfinde ich das! Wenn ich einen auf die Ohren haben will, gehe ich zum Live-Konzert und trinke fades Bier aus Plastikbechern. 

Benjamin Brouër 
Stv. Chefredakteur
Brouer@fizzz.de