Kommentar: Etikettenschwindel

Etikettenschwindel

Okay, vielleicht war ich einfach zu unvorsichtig, zu gutgläubig. Vielleicht war der Japs nach Kaffee einfach zu stark und das Schlagwort „Kaffeespezialitäten“ am Schaufenster zu verlockend – jedenfalls betrat ich eines Samstagnachmittags diesen Laden, in dem ein abgenagter Döner-Spieß und unabgeräumte Tische mich empfingen. Die Siebträgermaschine in der Ecke: ebenso verdreckt wie verwaist. Letzteres zum Glück, denn so konnte ich auf der Stelle kehrtmachen, ohne in die Verlegenheit zu kommen etwas zu bestellen. Hier gab es einiges – aber ganz bestimmt keine Kaffeespezialitäten, zumindest nicht im positiven Sinne. Was mich wunderte: dass nicht auch noch das Wort „Bar“ am Fenster prangte, schließich gab es doch auch kalte Getränke zu kaufen!

Im Ernst: Was sich heute alles „Bar“ nennt oder irgendwelche „Spezialitäten“ verkauft, geht auf keine Kuhhaut. Da wünscht man sich doch einen NÜV (Namen-Überwachungsverein) herbei – oder wenigstens ein bisschen Einsicht der Gastronomen, dass solch ein überzogener Etikettenschwindel so gar nichts bringt. Außer einer Menge Unmut und ein paar Zeilen launige Kolumne. 

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