Kommentar: Jetzt wird’s ernst!

Brouërs Corner: Jetzt wird´s ernst!

„Es werden viele Geschichten erzählt, aber wenige Rechnungen geschrieben”, behauptete vor kurzem noch ein deutscher Großbrauer — angesprochen auf die neuen Craftbiere. Der Hochmut könnte die Hektoliter-Könige bald einholen, denn langsam wird’s ernst mit den Underdogs. 25 Millionen Dollar will Stone Brewing, die zehntgrößte Craftbrauerei der USA, in eine Brauerei-Dependance mit Vertriebszentrum und Verkaufsladen in Berlin investieren. Und nicht nur das: Teil des Komplexes soll außerdem das Stone Brewing World Bistro & Gardens Restaurant werden, das in Sachen biergeprägte Gastronomie Zeichen setzen dürfte. Stone Brewing ist die erste amerikanische Craftbrauerei, die in Deutschland aktiv wird. Wie’s aussieht aber nicht die letzte, denn hartnäckig halten sich die Gerüchte, dass die Brooklyn Brewery aus New York, ein weiteres Craft-Schwergewicht, in die revitalisierte Bötzowbrauerei in Berlin einzieht, inklusive Biergarten mit Platz für 1.500 Personen. Die Zeit der Kleinrederei dürfte also schon bald vorbei sein. Und Rechnungen werden dann auch fleißig geschrieben.

Benjamin Brouër
Stellv. Chefredakteur fizzz
brouer@fizzz.de

Kommentare

Wenn hier mal nicht die Rechnung ohne den Verbraucher gemacht wird. Viele Craftbiere schmecken dem Verbraucher nicht. Die erste Neugier wich einer Preissensibilität. Teuer darf es schon sein, aber schmecken muss es der breiten Masse. Diese Biere müssen erst noch gefunden werden, auch wenn es bereits nahmhafte leckere davon gibt, kennt der Durchschnittsbürger diese nicht.
Hier muss angesetzt werden, beim Volk und nicht bei den Freaks. Deshalb: Große Biergärten sind nicht das Wichtige, Biersommeliere und Bierbotschafter sind wichtiger.

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