Kommentar: Lohn und Hohn

Benjamin Brouer: Lohn und Hohn

Damit war leider zu rechnen. Kaum ist der Mindestlohn beschlossene Sache, treten die ersten Schlaumeier auf den Plan, um das Gesetz nach Schlupflöchern abzuklopfen. Die Schlaumeier, in unserem Fall der Bundesverband der Systemgastronomie, mussten nicht lange suchen, um die perfide Strategie auszuhecken, die da lautet: Bekommt ihr euren Mindestlohn, streichen wir dafür Urlaubs und Weihnachtsgeld sowie Zuschläge für Nacht und Wochenenddienst. Ein Hohn! Bleibt der Verband bei seiner harten Linie, so könnten am Ende viele in der Systemgastronomie Beschäftigte sogar mit weniger Geld dastehen als aktuell. Es gehört schön ein beachtliches Maß an Geringschätzung seinen Mitarbeitern gegenüber dazu, eine angestrebte soziale Verbesserung direkt zu torpedieren und ins Gegenteil zu kehren. Da die Beschäftigten in der Systemgastronomie leider nicht so große Druckmittel wie Piloten oder Zugfahrer besitzen, bleibt es wohl an den Konsumenten, mit den Füßen über den Kurs des Bundesverbands abzustimmen. Die Hoffnung, dass diese Reaktion zum Umdenken anregt, ist leider gering.

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