Kommentar: No Cash, Johnny!

Mensch, ist das praktisch! Nie mehr Hartgeld mitschleppen, alles kann man jetzt digital bezahlen. Sogar den Chai Latte auf dem Weg zum Business-Yoga. Das ist so toll, dass sich bereits mehrere Gastronomen entschlossen haben, komplett auf bargeldloses Bezahlen umzusteigen. Denn das ist ja fast das „Bio“ der Geldwirtschaft! Auch Banken und Payment-Anbieter werden nicht müde zu predigen, Cash werde bald verschwinden – weil das der Kunde ja wolle.

Klar, das hätten die wohl gern. Neueste Zahlen belegen aber: die Deutschen hängen an ihrem  Hartgeld. Rund 74 Prozent der Bezahlvorgänge des täglichen Lebens erledigen wir nach wie vor in Bar und fast 90 Prozent können sich ein Leben ohne Cash nicht vorstellen. Das heißt nicht, dass man als Gastronom keine alternativen Bezahlmethoden anbieten soll. Wer aber vollends auf „No Cash“ umsteigt, dem ist nicht mehr zu helfen. Denn das hat nichts anderes zur Folge, als dass man sich ohne Not dem Teil seiner Kunden verschließt, die diesen „Hype“ nicht mitmachen können oder wollen. Und das muss man sich erstmal leisten können.

ALEXANDER THÜRER
REDAKTION FIZZZ
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