Kommentar: Streicheleinheiten

In Hamburg hat kürzlich das „Café Katzentempel“ eröffnet – der jüngste Spross des ersten Katzencafés Deutschlands, das es im Lizenzbetrieb mittlerweile in drei Städten gibt. Kaffeetrinken, snacken und nebenbei Katzen streicheln – das nenne ich wirklich eine ausgefuchste (darf man das hier sagen?) Idee. So kann sich wenigstens kein Gast mehr über Haare im Kaffee oder auf dem veganen Auberginen-Sandwich beschweren. „Ne, ne, ich hab’ doch selber gesehen, wie Sie Saphira ausgiebig am Bauch gekrault haben!“ Warum auch immer – das Ding scheint zu laufen. Die vorwiegend weibliche Kundschaft reserviert sich (Achtung, Kalauer!) ihren Katzentisch mindestens zwei Tage im Voraus und hofft auf anlehnungsbedürftige Gastgeber/-innen. Gerüchten zufolge soll sich bereits ein weiteres Konzept in Planung befinden, Arbeitstitel „Steakhouse Pitbull“. Hooligans, Steuerbeamte und weitere Menschen mit überschüssigen Aggressionen können sich ihre Gliedmaßen von abgerichteten Kampfhunden anknabbern lassen, während sie die durchgängig Bleu, höchstens englisch gegarten Monster-Steaks vertilgen. Erster Standort: Berlin-Marzahn.
 
Benjamin Brouer 
Stv. Chefredakteur fizzz

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