Kommentar: Thürers Attacke

Thürers Attacke

Keine Augen, kein Problem

Es ist schon toll, was da so alles an nachhaltigen Food-Trends auf uns zurollt. So fangen jetzt sogar die ersten Burgerketten an, Pattys mit Insektenfleisch zu brutzeln. Dann müssen ja bald keine armen Kühe mehr ihr Leben für mein Plaisir lassen, und ich muss mich nicht mit Bildern traurig dreinblickender Rindviecher in Mastbetrieben rumschlagen. Denn: Würmer haben keine Augen. Die kann man bedenkenlos schreddern, zermahlen, sich in ihren eigenen Exkrementen suhlen lassen, um sie dann mit selbigen bis zum Rand gefüllt zu einem kruden Brei zu zermatschen, den man sich als Fleischersatz mit gutem Gewissen reindrücken kann. Das ist in meinen Augen vor allem eines: ekelhaft. Insektenfleisch als nachhaltige Alternative hinzustellen, ist nichts mehr als eine marketinggetriebene Perversion, ein Auswuchs einer pseudohippen Greenwashing-Bewegung, die ein bestehendes Problem einfach durch ein anderes ersetzt, dessen Folgen man ausblenden oder ans andere Ende der Welt verschieben kann. Wenn das die Zukunft ist, haben wir bald größere Probleme als ein paar Mehlwürmer im Essen! 

Alexander Thürer
Redaktion fizzz
thuerer@fizzz.de