Kommentar: Die Idee aus dem Keller

Thürer´s Attacke

App-Entwickler und die Gastronomie, das ist schon so eine Sache... Manchmal, wenn mal wieder einer mit einer bahnbrechenden Idee um die Ecke kommt, glaube ich, dass die Kollegen mit der hippen Bildschirmbräune gastronomisch nie über das mütterliche Pizzatelefon hinausgekommen sind. Stellen Sie sich zum Beispiel folgende Situation vor: Sie sitzen in einem Restaurant, das offenkundig keiner dieser modernen Self-Service-Schuppen mit Klingelpuk ist, sondern wo man noch ganz altmodisch bedient wird. Nun kommt die Bedienung aber nicht sofort zu ihnen gestürmt, sondern es passiert erstmal lange nichts. Was tun Sie? Richtig, Sie gehen wieder. Oder doch nicht? Fragt man nämlich die pfiffigen App-Entwickler, zücken Sie lieber Ihr Smartphone, loggen sich über einen kryptischen Code in Ihren Tisch ein, durchforsten erneut die Speisekarte, um dann schlussendlich die Bestellung online abzugeben. Das alles entlastet die  Bedienung, spart Zeit und  – was das eigentlich Geniale ist – es bewahrt Sie davor, vielleicht doch mal mit jemandem reden zu müssen! Wie lange muss man im Mamas Keller gesessen haben, um das für eine gute Idee zu halten? Ich war da offenbar nicht lang genug.
            
Alexander Thürer
Redaktion fizzz

thuerer@fizzz.de

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