Kommentar: Thürers Attacke: Schluss mit dem Geschmiere!

Thürers Attacke: Schluss mit dem Geschmiere!

Schluss mit dem Geschmiere!

Kürzlich habe ich mich noch über den Tipp einer Münchner Gastro-Kritikerin aufgeregt, sich im Restaurant am kostenlosen Brotkorb gütlich zu tun, um Geld zu sparen. Nun muss ich aber gestehen, dass mir so ein Gratis-Brotkorb kürzlich (zumindest gefühlt) das Leben gerettet hat. Ich hatte nämlich das Vergnügen, in einem der angesagtesten Restaurants Berlins dinieren zu dürfen, direkt am Tresen, Aug in Aug mit den wuseligen Köchen. Diese wurden den ganzen Abend nicht müde, Teller um Teller um Teller mit höchster Fingerfertigkeit geradezu virtuos anzurichten. Ein Spektakel der Nouvelle Cuisine: ein Blättchen hier, ein Schäumchen und verschmiertes Soßenkleckschen da, daneben ein Sous-Vide-Cocktailkirschlein und eine mikroskopische Sashimi-Scheibe on top – so ging das fünf Gänge lang.

Echt lecker. Aber eben auch echt verdammt wenig. Mit solch homöopathischen Portionen bekommt man vielleicht einen Espandrilles-tragenden Hungerhipster auf Green-Smoothie-Trip satt, nicht aber einen Redakteur mit patentem Loch im Bauch. Klar, Essen soll schmecken und gut aussehen. Aber sattmachen sollte es schon, denn Diät kann ich auch zuhause machen.

Alexander Thürer
Redaktion fizzz
thuerer@fizzz.de

 

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