Kommentar: Von Kult und Kommerz

Herbert Seckler, Betreiber der "Sansibar" auf Sylt kooperiert mit dem Modehaus Breuninger

Ehrlich gesagt: Den Hype um die „Sansibar“ auf Sylt habe ich noch nie wirklich verstanden. Die entsprechenden Aufkleber auf zahlreichen deutschen Autos übrigens auch nicht. Aber ein Versuch, den Wirbel nachzuvollziehen, lohnt jetzt auch nicht mehr, denn Herbert Seckler ist drauf und dran, den letzten kultigen Kern seiner Strandbude zu opfern.

Nach einer Kooperation mit den „east“-Machern in Hamburg (da stimmte wenigstens der Landstrich noch) plant er jetzt eine Dependance in einem Kaufhaus in Düsseldorf. Okay, es ist kein gewöhnliches Kaufhaus, sondern das Edelobjekt Breuninger, und man darf sich das Ganze auch nicht wie ein Dinea-Restaurant in der Galeria Kaufhof vorstellen.

Kommerziell mag die Kooperation angesichts der kaufkräftigen Klientel in Düsseldorf auch Sinn ergeben. Aber ich werde das Gefühl nicht los, dass der Kommerz die Kultmarke „Sansibar“ mit der Zeit ausgehöhlt hat und nun mit Heißhunger gänzlich vertilgt. Merke: Kult ist nicht einfach versetz- und multiplizierbar. „Sansibar“ in Düsseldorf? Da fahre ich lieber nach Helgoland!

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