Krisenmanagement: Die besten Lockdown-Aktionen aus der Gastronomie

Nobelhart & Schmutzig Foodbox_Foto: Caroline Prange

Mit diesen Aktionen schafft es die Gastronomie trotz Lockdown durch den Winter

Wenigstens etwas Gutes hat dieser zweite Lockdown: Aus dem ersten bringt die Gastronomie schon Erfahrung mit. Deshalb sind die Ideen, um der schwierigen Lage zu trotzen, jetzt noch kreativer und ausgefeilter. Wir haben einige Aktionen zusammengestellt, die Inspiration schenken und klar zeigen: Die Gastronomie gibt so schnell nicht auf!

 

Take-Away: Fine Dining und Sterneküche

Sterneküche für den Genuss Zuhause aufzubereiten, ist nicht so leicht. Und zum Fine Dining-Erlebnis gehört ja eigentlich auch die Atmosphäre. Einige Restaurants schaffen es trotzdem, ihre Speisekarte ready-to-go zu machen und ihren Gästen im Lockdown ein besonderes, kulinarisches Erlebnis zu schenken.

Fuh Kin Great
Das „Restaurant Tim Raue“ hat schon im Frühjahr seinen Gourmet-Lieferservice „Fuh Kin Great“ auf die Beine gestellt. Jetzt wird wieder geliefert – und ab dem 9. November sogar deutschlandweit. Berliner müssen ihre Bestellungen jeweils am Vortag bis 16 Uhr aufgeben, die Lieferung kommt dann am Folgetag an die Haustür. Das Essen ist so verpackt, dass es direkt genossen oder in der Verpackung erwärmt werden kann. Deutschlandweit gehen die Menüs immer mittwochs raus und kosten 68 Euro pro Person. Der Versand wird mit 28 Euro berechnet. (Auf dem Bild: Ikarimi Lachs)

Jolesch
Auch das Restaurant „Jolesch“ bietet seine österreichischen Speisen zum Mitnehmen an, sowohl mit dem eigenen Lieferservice als auch über Lieferando. Außerdem ist ab dem 11. November das „Gänse-Taxi“ in Berlin unterwegs. Für 25 Euro pro Person gibt es ein winterliches Festtagsgericht mit Weihnachtsgans, Klößen und Rotkohl sowie eine vegane Variante. Neben dem Gänse-Taxi düst das „Jolesch“ auch mit dem Schnitzel-Truck www.schnitzel-truck.eu durch die Stadt und bietet für kleine Veranstaltungen die entsprechende Versorgung.

Arne Anker
Gerade das erste eigene Restaurant eröffnet, und schon kommt der Lockdown. Sternekoch Arne Anker lässt sich nicht unterkriegen und bietet bis zum Restart Nr. 2 ein Take Away-Konzept an. Ein wöchentlich wechselndes, mehrgängiges Menü kann wahlweise abgeholt oder geliefert werden. Kleine Handgriffe müssen die Kunden noch selbst machen, bekommen dabei aber professionelle Unterstützung. Denn jeder Bestellung liegt dafür eine ausgedruckte Beschreibung bei. (Foto: Jonathan Mortimer)

Drinks: Cocktails to go

Im ersten Lockdown waren die deutschen Bars unglaublich kreativ und haben tolle Take-Away-Cocktails, Bottled Drinks und Co. kreiert. Daran knüpfen sie jetzt wieder an – plus einige neue Ideen.

Little Link
Die „Little Link“-Bar hat als Kölner Cocktail-Institution eine treue Fangemeinde – weiß diese aber auch immer wieder zu überzeugen. Drinks werden aktuell durch das weihnachtlich dekorierte Verkaufsfenster gereicht. Dazu gibt es Grilled Sandwiches und – ganz neu – Waffeln für die kalte Jahreszeit, reich belegt mit Pflaumen, Sahne oder auch mal Bacon. In Kombi mit winterlichen Punches und Glühwein mausert sich das „Little Link“-Fenster diese Saison zur kreativen Weihnachtsmarkt-Alternative.

Seiberts – Classic Bar & Liquid Kitchen
Auch die besonderen Drinks von Volker Seibert gibt es aktuell am Fenster. Das „Seiberts To go“ schenkt fünf Tage die Woche von 15-19 Uhr Cocktails aus und belebt damit wieder das Daydrinking. Außerdem wurde das Angebot der Bottled Drinks überarbeitet: Eine neue Liste bietet hochwertige Cocktails zum Zuhause mixen – zum Beispiel den „Fiji Old Fashioned“ –, aber auch hausgemachte Spirituosen-Variationen wie den „Saffron Gin“ mit echtem Safran.

Schlenkerla Brauerei
Nicht nur Cocktails und Kaffee kann man to go verkaufen. Die Rauchbierbrauerei „Schlenkerla“ in Bamberg schenkt jetzt auch ihr Rauchbier aus dem Holzfass zum Mitnehmen aus. Wer seinen eigenen Krug mit ins „Schlenkerla“ bringt, kann sich dort ein Rauchbier frisch zapfen lassen. Eigentlich nichts Neues – denn diese Art des Ausschanks war vor der Flaschenabfüllung früher in Brauereien und Gaststätten durchaus üblich, um das Bier mit nach Hause nehmen. Auch im „Schlenkerla“, das in der 6. Generation geführt wird.

Medien: Zeigen, wie‘s geht

Wenn das Speise- oder Getränkeangebot derzeit nicht serviert werden kann, können die Gäste sich natürlich auch mal selbst ranmachen. Mit Büchern oder Videos zeigen Köche und Barprofis ihre Handgriffe.

Colette
Wer während der nächsten Wochen nicht auf die Speisen aus den „Colette“-Brasserien von Tim Raue verzichten möchte, den lassen der Sternekoch und sein kulinarischer Direktor der Brasserien, Steve Karlsch, jetzt selbst den Kochlöffel schwingen. Das Kochbuch „Tim Raue – Rezepte aus der Brasserie“ vereint auf 208 Seiten Rezepte der modernen französischen Brasserie-Küche. Pünktlich zum Lockdown lädt die dritte Auflage beim Münchener Verlag callwey zum Nachkochen ein.

Stephan Hinz: Cocktailkurse
Mit Online-Cocktailkursen will Mixologe Stephan Hinz die Geselligkeit der Bar an den Bildschirm bringen. Gemeinsam im Team vom Profi lernen – das ist die Idee hinter den Lockdown-Kursen. Ob als Teambuilding-Maßnahme, Weihnachtsfeier oder Business-Event: Einfach als Gruppe anmelden, Zutaten und Rezepte zugeschickt bekommen, per Link anmelden und los geht die Live-Mixing-Session.

Verpacktes: Foodboxen & Co.

Wenn Gastronomen nicht bewirten dürfen, werden sie auch mal zu Händlern. Und bieten die besonderen Lebensmittel, die es sonst bei ihnen zu kaufen gibt, eben verpackt an. Mit einem Upgrade zur Geschenkbox wird daraus schnell ein tolles Weihnachtsgimmick.

Nobelhart & Schmutzig
Das „Nobelhart & Schmutzig“  ist bekannt für seinen brutal lokalen Ansatz. In Hinblick auf die bevorstehende Weihnachtszeit bietet das Restaurant Festtagsgeschenke für Foodies an: Lokale Foodboxen, die ab 35 Euro inklusive Versand und Mehrwertsteuer erhältlich sind. Ideal für all jene, die handwerklich hergestellte Lebensmittel aus der Region schätzen und mit ihrem Einkauf das Überleben ausgewählter Produzent:innen unterstützen möchten. Bestellungen nimmt das „Nobelhart & Schmutzig“ spätestens bis zum 21. Dezember 2020 online entgegen. (Foto: Caroline Prange)

Candide

Auch Daniel Budde und Christopher O'Connor von „Candide Schokoladen Berlin“ bieten dieses Jahr besondere Geschenke zum Verkauf an. Zum Beispiel einen Nikolaus, der eine persönliche Botschaft an die liebsten Menschen im Bauch trägt. Hergestellt aus fairem Kakao und echter Schokolade, mit einem Hauch von saisonalen Gewürzen. Dabei ist jede persönliche Nachricht schön leserlich von Hand geschrieben, aufgerollt und in der Schokoladenfigur versteckt. Außerdem können Geschenkboxen mit Bourbon, Weinen oder verschiedenen Pralinen und Schokoladen bestellt werden.