Krisenmanagement: Was macht jetzt … Kerstin Rapp-Schwan?

Kerstin Rapp-Schwan Copyright Sabrina Weniger

Was machen die Gastronomen in der Corona-Krise? Welche Maßnahmen haben sie ergreifen müssen? Wie geht's weiter? Kerstin Rapp-Schwan betreibt fünf Restaurants im Raum Düsseldorf. Die Corona-Krise trifft sie deshalb gleich mehrfach.

„In Düsseldorf wäre es das Messejahr schlechthin gewesen, mit einer Konzentration, die nur alle 12 Jahre vorkommt. Die Nachwehen können wir noch nicht absehen, ich hoffe jedoch, dass wir schnell wieder auf die Beine kommen. Das Schwan Restaurant in Pempelfort und das Beethoven sind in Betrieb, damit bieten wir Lieferservice und Abholung an. Bisher sind die anderen drei Restaurants geschlossen, aber wir werden zum Wochenende noch unseren Schwan in Derendorf öffnen für Delivery und To-Go. Die Entscheidung resultiert daraus, dass wir glauben in einer Nachbarschaftsgegend gegebenenfalls doch noch weitere Gäste zu erreichen und auch Ostern für die Gäste da zu sein. Außerdem wissen wir ja alle nicht, wie lange die Krise noch dauert, da ändern sich die Sichtweisen, was richtig sein könnte, fast täglich. Auch wenn wir natürlich nicht wissen, ob die Entscheidung richtig ist. Mit dem Schwan Restaurant in Pempelfort beteiligen wir uns auch an der Aktion „Kochen für Helden“ und versorgen das benachbarte Krankenhaus mit rund 50 Portionen am Tag. Die Mitarbeiter dort haben sich unter Tränen für das Essen bedankt – das muss man sich einmal vorstellen! Wir kochen auch für dm und für die Armenküche, damit haben wir gut zu tun.“

Woher kommen die Waren für „Kochen für Helden“?

„Die Waren bekommen wir von unseren Lieferanten wie Chefs Culinar, Niemann oder Arla zur Verfügung gestellt und die Mitarbeiter helfen auf freiwilliger Basis – es ist also von A bis Z eine Charity-Aktion. Wir sind darüber sehr glücklich, denn das bringt eine gewisse Sinnhaftigkeit mit sich in dieser schrecklichen Situation.“

Ein Laden oder mehrere, was ist in der jetzigen Situation schwieriger?

„Darüber haben wir viel diskutiert und sind zu keinem abschließenden Ergebnis gekommen. Aktuell empfinde ich es nicht als Vorteil, mehrere Läden zu haben. Das kann der Fall sein, wenn man sich tatsächlich von dem einen oder anderen Betrieb trennen muss. Man steht dann nicht komplett mit leeren Händen da, wenn es wieder los geht. Andererseits glaube ich, dass Einzelbetreiber mit wenigen Mitarbeitern aktuell vielleicht eine größere Chance haben zu überleben, da sie selbst im Betrieb das To-Go und Delivery Geschäft organisieren können.“

schwan-restaurant.de