Undercover: Bobby und Fritz; Raststätte Hunsrück

Bobby & Fritz; Raststätte Hunsrück
Bobby & Fritz; Raststätte Hunsrück
Bobby & Fritz; Raststätte Hunsrück
Bobby & Fritz; Raststätte Hunsrück

1.000 Outlets in zehn Jahren, das war das ambitionierte Ziel, das die Macher von Bobby & Fritz 2014 in einem fizzz-Portrait formulierten. Gut vier Jahre später sind sie immerhin bei 37. Zeit, der angeblich „besten Currywurst überhaupt“ auf den Zahn zu fühlen – und zwar dort, wo es 24/7 rund geht: in der Autobahnraststätte Hunsrück an der A61. Doch von Scharen hungriger Autofahrer ist nachmittags um halb fünf ebenso wenig zu sehen wie von Personal am schicken Bobby&Fritz-Counter, der sich völlig verwaist an das deprimierend trostlose Kinder-Spieleparadies der Tanke anschmiegt. Dass dann erstmal nix passiert, als ich an den Tresen trete, ist klar, denn es ist ja auch niemand da. Aber oho! Da kommt doch noch eine vollmotivierte Dame vom Nachbarstand angeschlurft und fragt mich, was ich wolle. „Ne Currywurst mit allem, bitte. Gibt’s bei euch verschiedene Schärfegrade?“ Diese Frage überfordert jedoch komplett. „Isch bin normalerweise net bei Bobby“, sagt’s und ruft entnervt die Kollegin von der Snack-Kasse. Die weiß zwar auch nicht viel mehr, schmeißt mir aber wenigstens ne sulzige Wurst auf den kalten Grill und deckt sie mit einer formschönen Schüssel zu. ‚Was will sie verbergen? ‘, frage ich mich und widme mich lieber der Soßenauswahl hinter mir. Aber der schicke Dip-Spender mit Fußpumpe scheint seine Arbeit wohl schon eine ganze Weile eingestellt zu haben. Sind nicht mal Hähne dran. Schade, denn so hätte die zumindest sauber geschnittene, jedoch elend fade Bratwurst vielleicht noch gerettet werden können. Und die Curry-Soße? Nun, entweder die oder eine der Gewürzmischungen, die mir doch noch angeboten wurden, schmeckt irgendwie penetrant nach Nelke. Wenn das die beste Currywurst überhaupt ist, fahre ich das nächste Mal lieber hungrig weiter.

Fazit: 
Der schicke Bobby & Fritz-Look kann nicht über die mäßige Wurst- und Soßenqualität hinwegtrösten. Ob es sich da lohnt, doch mal über eigenes Personal nachzudenken?

Effizient: 
Keine Kunden? 
Kein Personal!

Ineffizient: 
das Treten der Soßenpumpe

Unverwechselbar: 
die Grillmethode

Austauschbar: 
die fade Wurst