Undercover: Fuh Kin Great, Berlin

fizzz 6/2020: Undercover Fuh Kin Great, Berlin
fizzz 6/2020: Undercover Fuh Kin Great, Berlin
fizzz 6/2020: Undercover Fuh Kin Great, Berlin
fizzz 6/2020: Undercover Fuh Kin Great, Berlin

fizzz testet noch einmal zu Hause und nicht ganz so undercover:

Fuh Kin Great, Berlin

In der Corona-Krise beschreiten auch die Sterneköche der Hauptstadt ungewöhnliche Wege, um Umsätze zu erzielen und den Draht zum Gast zu halten. Sebastian Frank vom „Horváth“ hat den Vorgarten seines Kreuzberger Restaurants zum österreichischen Feinkostmarkt umgestaltet, das „Ernst“ verkauft ebenfalls Lebensmittel seiner Lieferanten und Tim Raue hat einen Premium-Lieferservice aus dem Boden gestampft. „Fuh Kin Great“ heißt er. Was gibt’s? Pekingenten-Salat mit Gurke und Ingwer und Schwein süßsauer – Raues Liebe zur asiatischen Küche ist ja bekannt. Aber auch: Königsberger Klopse, die er in seinem ehemaligen Betrieb „La Soupe Populaire“ kultiviert hat und jetzt in der neuen „Villa Kellermann“ in Potsdam auftischt. 

Wir entscheiden uns – wenn schon, denn schon – fürs Drei-Gang-Menü. Nach der Bestellung die Info: Lieferzeitraum am gewünschten Tag zwischen 14 und 19 Uhr. Das klingt nach Telekom. Aber ein Anruf genügt, um das Zeitfenster schmaler zu machen, und als das Genusspaket sich auf den Weg macht, kommt sogar noch mal ein Anruf. Das ist Service. Mit Mundschutz und Abstand übergibt der Mitarbeiter des Restaurants uns die Papiertüte, und darin drei Boxen mit je einem Gang: Lachs-Sashimi mit Grüne-Mango-Dressing, Königsberger Klopse mit Rote-Bete-Salat und ein Yuzu-Cheesecake in Fischform mit salziger Karamellbutter und Streuseln. Die Vorspeise muss nur auf einen Teller übertragen werden, das Dessert, erklärt die mitgelieferte Anleitung, löffle man bitte direkt aus der Schale. Bleibt noch der Hauptgang. Mangels Mikrowelle erfolgt die Erwärmung im Topf, dann kann es losgehen. Fruchtig-frisch ist der Fisch mit der Sauce. Die Klopse mit dem Rote-Bete-Salat, der kraftvollen Sauce und dem Kartoffelbrei wärmen Herz und Magen, und das Dessert ist eine wahrhafte zitronig-karamellige Verführung.

 

Fazit: „Raue für zu Hause“ – kann man mal machen. 68 Euro für drei Gänge sind eine Investition, doch es ist ja auch „Fuh Kin Great“ und nicht „Goldener Drache“.

Ja: Speisen- und Lieferqualität
Nein: Plating-Kompetenz des Bestellenden (s. Fotos)
Vielleicht... wird auch aus diesem Notgeschäft ein dauerhaftes Zusatzgeschäft?


Restaurant Tim Raue
Rudi-Dutschke-Straße 26
10969 Berlin 
www.tim-raue.com 
gutscheinshop.online/fuh-kin-great