Undercover: L’Osteria, Leipzig

L’Osteria, Leipzig
L’Osteria, Leipzig
L’Osteria, Leipzig
L’Osteria, Leipzig

Lob oder Tadel? Begeisterung oder Ernüchterung? Champ oder Loser?  fizzz testet undercover:
L’Osteria, Leipzig

Es ist Kaiserwetter in Leipzig! Zwischen Sonnenschirmen, blühendem Oleander und Olivenbäumen ist die „L’Osteria“ eine kleine Oase am Rande der innerstädtischen Shopping-Meile. Optisch einladend und up to date, mit vielen Pflanzen und einer gemütlichen Holzbank vor der geöffneten Lokalfront. Es ist kurz vor dem Abendgeschäft, und draußen wie drinnen gibt es noch viele freie Tische – ideale Voraussetzungen, um den schnellen Hunger zu stillen. Der Service ist flott und freundlich. Jeder Gast wird automatisch geduzt. Ich bin durstig, folge gerne der vielversprechenden Empfehlung und bestelle hausgemachte Limonade mit Mango und Minze ‒ sehr erfrischend mit glasklaren Eiswürfeln und, wie der Blick in die inzwischen größer gewordene Runde zeigt, offensichtlich ein Bestseller.

Die legendäre Pizza ist gewohnt riesig und knusperdünn, für Normalesser zwar schwer zu bezwingen, aber auf Wunsch teilbar und mit unterschiedlichem Belag zu bestellen. Eine gute Idee, aber ich folge der aktuellen Wochenkarte und bestelle saisonal passend Ravioli mit Ricotta und Spargel. Für 11 Euro ist das einer der Preisführer auf der Liste. Die Portion ist nicht zu groß, was mir persönlich recht ist, der Spargel schmeckt lecker und ist auf den Punkt zubereitet – prima! Für die Ravioli gilt das leider nicht: Zwar ist die Ricotta-Füllung einwandfrei, die kleinen Teigtaschen, die sie ummanteln, sind aber so angetrocknet und zäh ‒ die Ränder rollen sich bereits nach oben ‒, dass es für einen so großen und erfolgreichen Systemer eine Schande ist! Hier sollte man wirklich an der Qualitätsschraube drehen und das Pasta-Problem ein für allemal – und für alle Outlets – lösen. Bis dahin hilft nur ein Espresso, denn der ist ein erfreulicher Abschluss: Ein Schluck, so aromatisch und kräftig, wie er sein soll.

Fazit
Pizza top, Pasta Flop – nicht zum ersten Mal. Da die Hoffnung auf Besser-ung langsam schwindet, empfiehlt sich eine Umbenennung in „L’Pizzeria“.