Undercover: Pirates, Berlin

Pirates, Berlin
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Lob oder Tadel? Begeisterung oder Ernüchterung? Champ oder Loser?  fizzz testet undercover:
Pirates, Berlin

Frequenz reichlich vorhanden: Dort, wo der Speicher steht, beginnt die East Side Gallery, vierspurige Straßen kreuzen sich, ins hippe Kreuzberg sind es nur ein paar Laufmeter. Keine 30 Jahre ist es her, da war hier das Ende, auf dem Speicher thronte ein Wachturm. Heute ist wieder Leben in der Bude: Die Zwischengeschosse beherbergen ein ostalgisches Museum, ganz oben befindet sich eine exklusive Eventlocation und unten ist 2012 das „Pirates Berlin“ eingezogen: Das moderne Restaurant mit Seeräuberflair im Inneren hat einen großen, teils überdachten Außenbereich mit Sitzplätzen an der Spree und eigenem Bootsanleger.

Wir setzen uns in die Mittagssonne, es läuft viel zu laute Partymusik, neben uns instagrammen junge Engländerinnen ihre Spiegeleier. Die – überaus freundliche – Servicekraft bringt uns ein erfrischendes „Tropic Water“ mit Mangosirup, Limette und Soda. Ein leicht gepimptes Kohlensäurewasser zum Preis von 4,20 Euro für vier Deziliter. So macht man Umsatz. Später am Tag wird die DFB-Elf (zum letzten Mal) bei der WM auflaufen, wir bestellen was aus dem Sonderprogramm: Die „Dreierkette“, eine Miniburger-Trilogie mit schwarz, rot und gelb gefärbten Buns und mit Pulled Pork (beeindruckend, wie die Zuliefererindustrie den Streetfood-Klassiker mittlerweile fertigt), Chicken (crispy, aber viel zu fettig) und Beef (das Viertel eines sehr festen Standard-Pattys). Optisch auffällig, geschmacklich auf dem Niveau des späteren Spiels: Da wäre mehr drin gewesen.

Dann eben die „Pirates“-Kernkompetenz: Pizza. Betreiber Alexander Freund führt am Olivaer Platz ein Schwesterkonzept, das sich ganz dem Evergreen verschrieben hat. Unsere Pizza kommt. Die Analyse: Joah. Unaufgeregt. Pizza halt. Keine geschmackliche Offenbarung. In Berlin gibt es bald ein Dutzend Pizza-Konzepte, die mit neapolitanischen Kuppelofen authentische und deutlich leckerere Ergebnisse hervorbringen. Warumsollte nicht auch die Mainstream-Gastronomie auf diesen trendigen Zug aufspringen? Versprochen: Dann kommen wir wieder.

Fazit: 
Nett und aufmerksam sind sie hier, wahrlich nicht selbstverständlich in der Stadt. Jedoch sollten die Piraten bald mal ein paar neue Foodschätze heben.