Undercover: Sansibar by Breuninger, Stuttgart

Sansibar by Breuninger, Stuttgart
Sansibar by Breuninger, Stuttgart
Sansibar by Breuninger, Stuttgart
Sansibar by Breuninger, Stuttgart
Sansibar by Breuninger, Stuttgart

Lob oder Tadel? Begeisterung oder Ernüchterung? Champ oder Loser?  fizzz testet undercover:

Sansibar by Breuninger, Stuttgart

Wir laufen mittags ein in den Ableger der Sylter Kultadresse, im Erdgeschoss des Luxuskaufhauses Breuninger. „Champagner mit einem Hauch von Seeluft und Dünenfeeling in Stuttgart“, dieser Lockruf macht uns neugierig. Kaum Platz genommen im klimatisierten Innenraum die Ernüchterung: Mobiliar ohne maritime Akzente, Geschäftsmänner und Familien mit vielen Breuninger-Tüten an den Tischen und von draußen zieht warme, feinstaub-geschwängerte Cityluft an unseren Platz nahe der Tür. Immerhin hat die Stuttgart-Dependance einen Außenbereich; in Düsseldorf ist die Sansibar wie ein Kaufhaus-Restaurant im ersten OG integriert. 

Also muss das Sylt-Feeling auf die Teller. Entgegen unserem Vorhaben, den fair kalkulierten Business Lunch für 19 Euro, inklusive Vorspeise, Wasser und Espresso zu ordern, wählen wir Fischsuppe „Sansibar“ mit Knoblauchbrot (15,50 Euro) und den Dauerbrenner „Wiener Schnitzel“ mit Sahnemöhren und Kartoffelpüree (26 Euro), dazu Wasser und ein Glas Rosé (0,2 l für 8 Euro). Binnen fünf Minuten steht alles auf dem Tisch. Jede Beilage ist in einer Extra-Schale angerichtet, die Fischsuppe kommt im flachen Teller und nicht, wie wir es aus Frankreich kennen, aus einer Terrine. Die wäre auch fehl am Platze, denn für die drei (!) Fischstücke im Sud reicht der Teller. Schmeckt’s? Das dünne Schnitzel geht von der Größe und Qualität durch – der Rest, und leider auch die Fischsuppe, ist quasi nicht gewürzt! Da träumt man vom bretonischen Original, das stundenlang auf dem Feuer köchelt. Stammgäste raten uns, sonntags zum üppigen Brunch zu kommen – oder am Wochenende nach 22 Uhr, wenn ein DJ den Laden beschallt.

Fazit: 
Überteuerte Speisen und Getränke bei 0,0 Meer- oder Sylt-Feeling. Zum Schöne-Menschen-Gucken auf ein Bier kommen wir mal wieder.