Zukunftsmanagement: Konsumverhalten nach Corona

Daniel Anthes

„Steigende Wertschätzung“

Daniel Anthes, Zukunftsinstitut, über Konsumverhalten nach Corona

„Die Gastronomie hat das Potenzial, sich schneller als viele andere Branche zu wandeln und diese Krise als Chance zu nutzen: Viele Restaurants, Bistros und Cafés stellen im Zuge des Shutdowns auf Online-Bestellungen um und liefern ihre Speisen entweder selbst, rufen zur Abholung auf oder kooperieren mit etablierten Lieferdiensten. Andere gehen noch einen Schritt weiter und bieten online rezeptbasierte Kochboxen an, mit denen Stammkundinnen und -kunden ihre Lieblingsgerichte aus dem Restaurant in der heimischen Küche nachkochen können. Auch wenn viele Betriebe der Krise zum Opfer fallen und die Überlebenden noch an den negativen wirtschaftlichen Folgen zu knabbern haben werden, erweist sich die Coronakrise also gleichzeitig als eine Phase der kreativen Experimente mit neuen Business-Modellen, Kooperationen und Kundenbeziehungen. Die Gastronomielandschaft erfährt eine Welle der Solidarität und der gegenseitigen Unterstützung, die auch in der Zeit nach der Krise für eine erhöhte Verbundenheit sorgen wird.

Dieser Shutdown und die gesellschaftliche Isolation, die wir jetzt spüren, beinhaltet auch etwas Gutes: Er bringt die Menschen wieder näher an die Lebensmittel heran. Weil plötzlich wieder viel mehr selbst gemacht wird, steigt die Wertschätzung für die Produkte. Die Menschen sehen, wie viel Arbeit darin steckt und werden es viel mehr schätzen, wenn ihnen im Restaurant ein frisches, leckeres Brot mit etwas Öl serviert wird. Wenn diese Krise vorbei ist, werden die Menschen die Kneipe an der Ecke oder den Biergarten viel mehr wertschätzen und auch bereit sein, mehr dafür zu bezahlen.“

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