Interview: Grischa Willrich über seine Marke HEY! Coffee

Grischa Willrich, Hey Coffee (Foto: Ralf Bauer)

"Das Design ist entscheidend"

Grischa Willrich, Köln, über die Entstehung seiner Marke "HEY! Coffee".

fizzz: Was hattet Ihr, Du und Deine Geschäftspartnerin Maria Schrading, im Frühjahr 2014 im Blick, als Ihr eure Coffee-Bar „HEY! Coffee“ in Köln eröffnet habt?

Grischa Willrich: Ich bin durch meinen Barkeeper-Job häufig im Ausland unterwegs und habe im Laufe der Jahre viele verschiedene Kaffee-Konzepte gesehen. Dabei ist mir aufgefallen, dass es in Deutschland schwierig ist, einen Laden zu finden, der einen einfachen, aber qualitativ sehr guten Kaffee zum Mitnehmen anbietet. Es gibt zwar die Nerd-Läden, die auf höchster Qualitätsstufe den Kaffee zelebrieren. Und es gibt auf der anderen Seite den furchtbaren Kaffee in den Back-Shops. Aber dazwischen gibt es nicht viel. Das haben wir als Ansatzpunkt für unser Konzept gesehen. Guter, unkomplizierter To-go-Kaffee und weitere leckere Kleinigkeiten. Also „Grab & Go“ mit guter Qualität zum guten Preis.

fizzz: Soweit das Konzept. Wie habt Ihr das dann in einen Laden übertragen?

Grischa Willrich: Wir hatten von Beginn an das Ziel, eine richtige Marke mit einem multiplizierbaren System aufzubauen, das später auch in die Franchise-Vermarktung gehen kann. „HEY! Coffee“ war also nie als einzelne kleine Coffee-Bar geplant. Deswegen haben wir uns sehr früh gefragt, woran man eine Marke erkennt, was eine Marke ausmacht und warum die Leute häufig so markenfixiert sind. Ich bin der Überzeugung, dass die Qualität des Designs und die ganze Gestaltungswelt ausschlaggebend für eine Marke sind.

fizzz: Welche Schlüsse habt Ihr daraus gezogen?

Grischa Willrich: Wir haben zunächst ein auffälliges Logo mit einer prägnanten Farbe entwickelt und das Ganze so von einem Grafiker gestalten lassen, dass es einen hohen Wiedererkennungswert und eine eigene Design-Linie hat. Und offensichtlich werden wir bereits als Marke wahrgenommen, denn es kommen immer wieder Leute in die Bar und fragen, ob „HEY! Coffee“ eine Kette sei.

fizzz: Was außer dem Logo ist dafür noch verantwortlich?

Grischa Willrich: Für die Größe des Ladens – wir haben ja nur 18 Quadratmeter – ist alles sehr durchgestylt und professionell. Ein einzelner kleiner Laden macht sich in der Regel ein Logo, eine Visitenkarte und ein paar Flyer. Das war’s. Wir haben eine eigene Markenwelt aufgebaut, machen saisonale Aktionen mit Plakaten und Sprüchen und vertreiben unseren eigenen Kaffee an Privatleute, Büros und Gastronomie.

fizzz: Erzähl uns noch etwas mehr über den Kaffee…

Grischa Willrich: Aktuell gibt es den „Köln Kaffee“ und den „Köln Espresso“, drei oder vier weitere Sorten sollen folgen, damit jeder Kaffeefan seinen passenden Kaffee finden kann. Ein bekannter Röster produziert die Kaffees, und wir branden und verkaufen ihn unter unserer Marke. Dieser Zweig soll in Zukunft noch stärker wachsen.

fizzz: Habt Ihr Werbung, Marketing betrieben? Wie macht man als Neuling auf sich aufmerksam?

Grischa Willrich: Bislang, in der Lernphase, haben wir noch nicht viel Werbung gemacht. Wir wollten den Betrieb erst einmal zum Laufen bekommen und werden uns jetzt stärker um das Marketing kümmern. In Kürze bauen wir ein Kaffeemobil, das wir einsetzen wollen, um die Außenwirkung noch zu steigern.

fizzz: Wie hat sich „HEY! Coffee“ seit Eröffnung im April 2014 entwickelt?

Grischa Willrich: Wir sind sehr zufrieden. Der kleine Laden hat seinen Zweck, nämlich das Konzept zu testen, vollends erfüllt. Diese Probephase ist jetzt abgeschlossen und nun sind wir an dem Punkt, wo wir einen Investor suchen, um den nächsten Schritt gehen zu können.

fizzz: Was habt Ihr aus dem Anfangsprozess gelernt?

Grischa Willrich: Das Thema Personal ist doch schwieriger als gedacht. Da haben wir einige Rückschläge hinnehmen müssen. Und dann haben wir noch gelernt, dass selbst ein so kleiner Laden, wie wir ihn haben, nicht weniger Arbeit macht als ein großer.

www.hey-coffee.de

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