Glass, Berlin

Erstellungsdatum: 
Dienstag, 20. August 2013 - 11:30
Konzeptart: 
Restaurant
Blick ins Restaurant "Glass" in Berlin
Küchenchef und Betreiber Gal Ben Moshe
Ausgefallene Food-Kreationen im "Glass", Berlin

Kaum zu glauben, dass sich an dieser Stelle zuvor ein Fitness-Studio, ein Ort der Action und der lauten Geräusche, befunden hat: Die Gäste im neuen Restaurant „Glass“ in Berlin kommen sichtlich zur Ruhe. Sie lassen ihren Blick durch das minimalistische Interieur schweifen, treffen auf ihre verzerrte Reflektion auf dem markanten großen Vorhang aus metallischem Polyester, blicken hinaus aus der rundum verglasten Location und auf das Wenige, was auf dem Tisch steht: eine winzige Blume, ein Trinkglas. Ruhe macht sich breit. Dann kommt das Essen.

Sechs bzw. acht Gänge servieren ihnen Küchenchef und Betreiber Gal Ben Moshe und sein Team. Täglich wechselnd, doch drei Elemente sind fix: erstens eine überaus geschmacksintensive „Ochsenschwanz-Explosion“, zweitens der von den „Urban Farming“-Projekten auf dem Tempelhofer Feld inspirierte „Stadtgarten“ mit Gemüse, Blüten und essbarer „Erde“ aus Brotkrumen und Nüssen. Drittens die „Candybox“: Das Dessert ist eine Reminiszenz des Kochs an die eigene Kindheit, als die Mutter beim Picknick allerlei Süßigkeiten hervorzauberte. Popcorn, Marshmallows, Knisterzeugs und luftiges Schokoladenmousse, mit minus 196 Grad kaltem flüssigen Stickstoff geformt: Welch zuckersüßes, kunstvolles Arrangement Gal Ben Moshe daraus entwickelt hat, sehen Sie im Clip unten.

Es ist Kunst, was der gebürtige Israeli, der auch in London („Marcus Wareing at The Berkeley“, „Maze by Gordon Ramsey“ und „Hibiscus“) und Chicago („Grand Achatz“) kochte, seinen Berliner Gästen serviert. Zu jedem Gang tritt der Koch an den Gästetisch heran, egal wie voll es ist, und erklärt, was es mit dem Vorliegenden auf sich hat. Nach Berlin kam er der hier lebenden Familie wegen, und weil er die Kreativität, das Kunstverständnis und die Offenheit der Stadt schätzt: „Anderswo würde man meine Art zu arbeiten als Trend oder Gimmick abtun. Hier verstehen die Leute, dass ich ihnen eine Geschichte erzählen möchte.“

Mit Offenheit wurde auch die Küche für den Gast gestaltet: Hineinblicken ist erwünscht, Hineintreten und Zusehen bei den „Minds at work“, wie Gal Ben Moshe es nennt – ist kein Problem. Vier Stationen bedienen den zentralen Tisch. Dort werden die Speisen angerichtet und anschließend hinaus in den Gastraum geschickt, der ganz auf das kunstvolle Essen zugeschnitten ist. Ein besonderes Konzept, keine Frage.

Text: Jan-Peter Wulf, Fotos: www.3c4y.com

 

Kontakt

Uhlandstraße 195
10623
Berlin
030 54710861

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