Paolo Pinkel, Berlin

Erstellungsdatum: 
Mittwoch, 24. April 2019 - 15:46
Konzeptart: 
Mischkonzept
Paolo Pinkel, Foto: Shauna Summers
Paolo Pinkel, Foto: Shauna Summers
Paolo Pinkel, Foto: Shauna Summers
Paolo Pinkel, Foto: Shauna Summers

Drei Küchen, eine Bar

Text: Jan-Peter Wulf, Fotos: Shauna Summers

Ein halbes Jahr lang wurde die große Ecklagen-Erdgeschossfläche in der Karl-Marx-Straße (Ex-Elektronikfachgeschäft) entkernt und neu ausgebaut. Was würde hier wohl hineinkommen, fragte man sich. Eine Systemgastronomie? Die Größe würde passen. Es ist ein individuelles Kiezkonzept geworden: Noch während der Bauarbeiten eröffnete hier im leisen Modus das „Paolo Pinkel und das Schnabulat“ mit drei Küchen und einer Bar. Die Betreiber Kubilay Akkaya, Nick Kapros und Sebastian Schwendner – die auch das „Passauer Bullenbier“ in Berliner Szenelocations verkaufen – führen das „flüssige“ Geschäft selbst. Die drei Küchen, die sie hier eingerichtet haben, haben sie untervermietet – entstanden ist ein überdachter Mini-Streetfood-Markt mit gemeinsamem Sitzbereich.

Ausgewählte, mittelgroße und teilbare Speisen aus der nordchinesischen, der peruanischen und der zypriotischen Küche bieten die Food-Händler an – von Dumplings und handgezogenen Nudeln über Ceviche und Yuca Frita bis zu Saganaki-Feta und Lammkoteletts. Um Genehmigungen, Küchentechnik und Co. kümmern sich die Vermieter, die Mieter stellen Equipment und Ware und behalten den Food-Umsatz (bezahlt wird bei Bestellung, serviert wird am Tisch) ein. In der L-förmigen Location finden sich viele alte Einrichtungselemente des Vormieters wieder: Aus Regalstangen wurden Tischgestelle, aus rasterförmigen Holzpaneelen Raumteiler oder Küchenverkleidungen, ausgediente Lüftungselemente und Stücke aus den Öltanks aus dem Keller dienen als Tische.

Hinter dem Bar- befindet sich der Raucher-Bereich mit einer an eine Opiumhöhle erinnernden Lounge, kuschelig ausgestattet mit Matratzen und Kissen. „Wir waren uns nicht sicher, ob das angenommen wird, aber es hat sich schnell gezeigt: sehr gut“, berichtet Nick Kapros. Zukünftig werde man auch Late-Night-Foodevents mit verschiedenen Händlern der Stadt veranstalten, erklärt er – als Alternative zu den sonst meist tagsüber stattfindenden Streetfood-Märkten.

Kontakt

Karl-Marx-Straße 55
12043
Berlin