Zapfanstalt, Dresden

Erstellungsdatum: 
Dienstag, 26. Januar 2016 - 10:00
Konzeptart: 
Bierkonzept
Zapfanstalt, Dresden
Zapfanstalt: Pub-Atmosphäre im Erdgeschoss
Zapfanstalt: 50er-Retro-Plüsch im Obergeschoss

Pub trifft Wohnzimmer

Text: Benjamin Brouër, Fotos: David Pinzer

Die Dresdner – wenn man sich diese Verallgemeinerung erlauben darf – sind schon keine einfachen Gesellen. Da greifen sie doch regelmäßig im Getränkemarkt zu den unteren Kisten ihrer Stammmarke, in der Hoffnung, dass bei diesem etwas länger „gelagerten“ Bier die üblichen Kopfschmerzen geringer ausfallen. Anstatt, ja anstatt einfach mal etwas anderes auszuprobieren, ein mit Zeit und Liebe zum Produkt produziertes Bier zum Beispiel. Manja Branß erzählt diese Anekdote, und als Teil des Teams der Voigt & Zach GbR, die mehrere Gastronomien in Dresden betreibt, kennt sie „die Dresdner“. Nun machen sich die Lokalmatadore mit ihrer neuen Bar „Zapfanstalt“ daran, alte Konsummuster aufzubrechen.

Craftbier in Dresden – kann das funktionieren? Noch bevor sich das Team an die Bar in der Dresdner Neustadt machte, lautete die Antwort: „Aber ja doch!“ Denn den erfolgreichen Feldversuch starteten sie bereits vor über zwei Jahren, als sie den Dresdner „Craft Beer Store“ eröffneten. Zunächst als Franchise des Hamburger Originals, seit mehr als einem Jahr autark und mit dem offiziellen Namen „Hopfenkult“. Recht nerdig sei das Publikum im Store, so Manja Branß. In der nahegelegenen „Zapfanstalt“ hingegen will das Team ein breiteres Publikum ansprechen – und warum nicht auch den berüchtigten Kastenkäufer aus dem Getränkemarkt? Unter den 20 Fassbieren und rund 100 Flaschenbieren finden sich neben ausgewiesenen deutschen und internationalen Craftvertretern eben auch regionale Spezialisten und Großbrauer mit Bodenhaftung. So lässt sich neben dem Kona Longboard Lager ein Pilsner Urquell bestellen, nach dem Hacker Pschorr Anno 1417 Kellerbier geht ein Crew Republic Drunken Sailor IPA gut, und das Einstök Toasted Porter aus Island gesellt sich zum Köstritzer Meisterwerke Red Lager. Mit Karlsberg, Paulaner, Feldschlösschen, Maisel‘s, Schneider und Ratsherrn arbeitet die „Zapfanstalt“ enger zusammen. Zwischenfazit nach wenigen Wochen Barbetrieb: Die meisten Gäste, die sich von der „Pilsumklammerung“ lösen, zeigen sich von den fruchtbetonten Pale Ales und IPAs begeistert, die demzufolge in der „Zapfanstalt“ auch zu den Bestsellern zählen. Die Küche liefert dazu ein bodenständiges, rustikales Angebot – von der sächsischen Biersuppe über die Mettbemme bis hin zu Pelmenis mit verschiedenen Füllungen und einem Biersteak mit Kartoffelecken.          

Wie die Bierkarte bietet auch das Ambiente im mehrstöckigen Objekt für jeden Geschmack etwas. Das Erdgeschoss empfängt mit typischer Pub-Atmosphäre: An der großen, von drei Seiten erreichbaren Bar können gut 20 Personen sitzen, an weiteren fünf großen Stehtischen finden noch einmal gut 30 Gäste Platz. Der Kontrapunkt zu dieser flüchtigen Stehatmosphäre findet sich im Obergeschoss, das Geschäftsführer Norbert Süßmilch mithilfe eines befreundeten Künstlerkollektivs im 50er-Jahre-Retro-Stil durchaus gemütlich eingerichtet hat. Auch diese 45 Plätze sind seit der Eröffnung im Oktober 2015 regelmäßig ausgebucht. Und mit Aktionen wie dem „Tasty Wednesday“, an dem man sich munter durch die Fassbiere probieren kann (0,1 Liter für 1 Euro), gelingt es der „Zapfanstalt“, ihr Publikum kontinuierlich auszubauen.

Kontakt

Sebnitzer Str. 15
01099
Dresden
0351 21996354

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