Aktion "Leere Stühle" geht in nächste, digitale Runde

Aktion "Leere Stühle" geht in nächste, digitale Runde

Gastro-Protest: Erfolgreiche Aktion mit 30.000 leeren Stühlen in fast 80 Städten. Planungen für alternative digitale Demonstration am Freitag, 1. Mai.

Ursprünglich stammt die Idee der „Leeren Stühle“ aus Dresden. Hier hatten am 17. April rund 500 Gastronomen ihre Stühle in den öffentlichen Raum gestellt, um auf ihre prekäre Lage angesichts der anhaltenden Schließung ihrer Betriebe aufmerksam zu machen. Der Leaders Club griff die Initiative auf und startete einen Aufruf an die Branche, dem Dresdner Beispiel zu folgen. Am 24. April beteiligten sich tausende Gastronomen und Hoteliers in fast 80 Städten, indem sie rund 30.000 Stühle auf öffentlichen Plätzen und vor ihren Restaurants aufstellten.

Der Erfolg der „Leeren Stühle“ zeigt: Das Gastgewerbe steht in der schweren Zeit des Corona-Lockdowns zusammen und kämpft gemeinsam für den Erhalt des vielfältigen Restaurant- und Hotelangebots in Deutschland. „Die Gesellschaft muss den Ernst der Lage erkennen: Große Teile der Branche stehen tatsächlich unmittelbar vor der Insolvenz“, unterstreicht Patrick Rüther, Vorstandsvorsitzender des Leaders Clubs, die Dringlichkeit der Forderungen. „Über die ersten erfreulichen Ansätze hinaus benötigt unsere Branche jetzt schnell Soforthilfen und ein Rettungspaket, damit alle weiteren Maßnahmen überhaupt noch bei den Betroffenen ankommen.“

Deutschlandweit beteiligten sich sowohl kleine als auch große Unternehmen an der Aktion. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Bundesverbands, lobte das Engagement der Branche am Brandenburger Tor in Berlin, wo knapp 1.000 Stühle auf das drohende Aus für viele Betriebe aufmerksam machten: „Ich bin allen Gastronomen sehr dankbar für diese Aktion. Die ganze Branche muss jetzt solidarisch zusammenhalten. Gemeinsam sind wir stark!“ Gastronomin und Leaders Club Vorstand Kerstin Rapp-Schwan betonte auf der Veranstaltung in Düsseldorf: „Wir brauchen jetzt eine Perspektive und wollen gemeinsam mit der Politik die Auflagen und Bedingungen erarbeiten, unter denen die Gastronomie in verschiedenen Stufen schnellstmöglich wieder vernünftig öffnen kann.“

Digitaler Aktionstag am 1. Mai
Michael Kuriat, Präsident des Leaders Clubs Deutschland, hebt die große Unterstützung durch Behörden, Polizei und Politik hervor: „Das war eine wirklich positive Überraschung!“ Umso wichtiger ist dem Leaders Club, dass am kommenden Freitag keine weiteren Aktionen im öffentlichen Raum stattfinden: „Am 1. Mai raten wir unseren Mitgliedern und Kollegen dringend davon ab, Aktionen in den Städten anzumelden und durchzuführen.“ Da an diesem Tag traditionell viele Demonstrationen und auch Krawalle stattfinden, sollen Behörden, Sicherheits- und Rettungskräfte nicht zusätzlich belastet werden. „Wir bitten daher darum, die Aktionen ins Internet zu verlegen beziehungsweise auf privatem Grund kreativ zu werden.“
 
Denkbar seien beispielsweise originelle Fotos und Videoclips mit leeren Stühlen und persönlichen Statements, die in den Restaurants oder im Freibereich aufgenommen und am 1. Mai unter den Hashtags #leerestuehle, #Leadersclub, #gastrofriday auf sozialen Plattformen im Internet veröffentlicht werden. „So könnten Stuhlkunstwerke und Bauten jeglicher Art entstehen, die die Aufmerksamkeit der Gäste auf das Restaurant lenken. Auf diese Weise werden wichtige Ressourcen der öffentlichen Sicherheit geschont und der Protest kann noch weitaus größer ausfallen als in der Woche zuvor – unabhängig davon, ob in der jeweiligen Stadt eine Demonstration genehmigt wird“, erklärt Kuriat.
Alle Informationen und Ansprechpartner hält der Leaders Club auf der Seite www.leadersclub.de sowie auf seiner Facebook-Seite bereit.