Gastro-Initiative „Coole Branche“ über Corona-Maßnahmen

Restaurant "Naiv", Frankfurt, stellt Glaswände zum Schutz auf

„Coole Branche“: Feiern in Restaurants und Hotels sicherer als zu Hause 

Gastro-Vertreter halten Sperrstunde für unverhältnismäßig / IGF-Mitgliederbetriebe investieren mehr als eine Million Euro 

Trotz hoher Fallzahlen und Verlängerung der derzeit in Frankfurt geltenden Sperrstunde (23-6 Uhr) bis Ende Oktober, geht die „Coole Branche“ – ein Zusammenschluss der Frankfurter Gastronomie und Hotellerie – mit Kreativität und dem ungebrochenen Willen, Gäste so sicher wie nur möglich zu bewirten und zu beherbergen, in die Herbst- und Wintersaison. „Auch in Zeiten steigender Infektionszahlen sind Restaurant- und Barbesuche aus virologischer Sicht nicht bedenklich“, sagt James Ardinast, Vorstand der Initiative Gastronomie Frankfurt e. V. (IGF). „Zudem hat es den Vorteil, dass in unseren Betrieben die Gäste geordneter und kontrollierter zu einer Feier zusammenkommen als im privaten Raum.“

Ist die Sperrstunde sinnvoll?

Die Sperrstunde dominiert weiterhin das Treiben in den Frankfurter Gastronomiebetrieben. An einen langfristen Erfolg dieser Maßnahme, die dazu dienen soll, den Alkoholkonsum einzuschränken, glaubt Ardinast nicht: „Mit der Sperrstunde treibt man, besonders junge Menschen an unkontrollierbare Plätze. Durch die Sperrstunde werden außerdem viele Gäste den Restaurantbesuch erst gar nicht wahrnehmen, was für die Gastronomie, die gerade behutsam einen Neustart versucht hat, wiederum große Umsatzeinbußen bedeutet. Insbesondere das zweite Seating ab 21 Uhr geht uns verloren. Wir alle müssen jetzt vorsichtig sein, aber dass unsere Branche der Buhmann sein soll, ist nicht nachvollziehbar.“

Eine Million Euro für Hygiene und Schutz

Laut einer internen Umfrage unter den IGF-Mitgliederbetrieben investierte die Frankfurter Gastronomie und Hotellerie mehr als eine Million Euro in Hygiene- und Schutzmaßnahmen. Immer öfter kommen etwa elektrische Infrarotstrahler für den Außenbereich zum Einsatz. Zum Schutz vor Wind und Regen bauen viele Gastronomen zudem Schutzwände gegen Wind und Kälte für die Gäste auf. Aber auch die Innenräume werden entsprechend der Regeln umgestaltet. Sascha Euler, Inhaber des Restaurants Naïv in der Frankfurter Innenstadt, berichtet: „Wir haben Massivglaswände in unserem Innenraum aufgestellt, unseren Außenbereich haben wir mit einem Windfang umzäunt, auch dieser ist aus Massivglas und entsprechend teuer. Ebenso haben wir eine neue, moderne Lüftungsanlage bestellt. Insgesamt belaufen sich unsere Ausgaben auf rund 15.000 Euro. Hinzu kommen noch Mund-Nasen-Bedeckungen für das Personal sowie Hygienemittel.“

Gastronomie kein Hotspot

„Das Risiko, sich mit dem Virus anzustecken, ist natürlich vorhanden, sobald man mit anderen Menschen in Kontakt kommt“, sagt Kerstin Junghans, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA Frankfurt. „Ich kann für unsere Branche aber sagen: Wir tun alles, damit dieses Risiko in Restaurants, Bars und auch den Hotels so gering wie möglich bleibt. Die Sperrstunde ist grundsätzlich unverhältnismäßig und basiert auf keiner nachweisbaren Grundlage erhöhter Ansteckungen. Die Hotspots kommen zum überwiegenden Teil aus privaten und unkontrollierten Feiern.“

Die „Coole Branche“ appelliert weiterhin an alle Frankfurter Gastronominnen und Gastronomen sowie Hoteliers, die geltenden Corona-Regeln zu beachten. Gleichzeitig beobachtet sie, dass die große Mehrheit der Betriebe die vorgeschriebenen Maßnahmen umsetzt und zum Teil sogar übererfüllt.

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