Neue Ära? Gilde der Deutschen Barkeeper e.V. gegründet

Marcus S. Siebert, Präsident des neuen Berufsverbandes „Gilde der Deutschen Barkeeper e.V.“.

Die DBU bekommt jetzt Konkurrenz. Ein Exklusivinterview mit Marcus S. Siebert, Präsident des neuen Berufsverbandes „Gilde der Deutschen Barkeeper e.V.“.

Interview: Barbara Becker

fizzz: Was sind Ihre Ziele? Was können Sie besser machen als die DBU?

Marcus S. Siebert: Zuerst einmal möchten wir Dinge nicht besser machen als die DBU. Unsere Ziele sind in der Hauptsache die Aus- und Fortbildung im Barbereich, sowie die Internationalität. Gerade in unserem Berufszweig ist es wichtig über den eigenen Tellerrand hinaus zu blicken. Internationale Netzwerke und Wissensaustausch sind dafür wichtige Indikatoren.

fizzz: Warum Neugründung anstatt Engagement in der DBU?

Marcus S. Siebert: Wie man der Liste der Gründungsmitglieder entnehmen kann, sind sehr viele darunter, die über Jahre und Jahrzehnte hinweg großes Engagement geleistet habe. Wir sind der Ansicht, dass ein „neuer“ Berufsverband die Barwelt und -szene belebt und fördert.          

fizzz: War Unzufriedenheit der treibende Motor der Gründung?

Marcus S. Siebert: Wie schon erwähnt, wir möchten Dinge nicht besser machen als andere, wir gehen die Thematik Verein/Verband eben anders an und möchten auch nicht verglichen werden und werden auch nicht vergleichen. Wir sind die German Bartenders Guild und es gibt die Deutsche Barkeeper Union.

fizzz: Wie möchten Sie die Branche gewinnen?

Marcus S. Siebert: Mit Transparenz, Ehrlichkeit, Mut, Courage und Professionalität.

fizzz: Wie halten Sie es mit der IBA?

Marcus S. Siebert: Mit der Pressemitteilung wurde auch der Antrag auf Aufnahme in die IBA beantragt. Für uns ein wichtiger Schritt, denn wie schon erwähnt, ist Internationalität für uns ein zentrales Thema und es gibt kein vergleichbares Netzwerk weltweit.

fizzz: Gibt es keine Kritikpunkte wie sie die DBU-Kollegen haben?

Marcus S. Siebert: Bezüglich IBA? Nun, die IBA hat, wie viele nationalen Verbände auch, in Vergangenheit Fehler begangen, keine Frage. Wir streben eine aktive Mit- und Zusammenarbeit mit der IBA an. Sie ist auf dem richtigen Weg und es wurden insbesondere beim letzten IBA Congress in Tallinn/Estonia die richtigen Weichen gelegt.

fizzz: Soll es eine eigene Meisterschaft geben?

Marcus S. Siebert: Wir sind frisch gegründet und stehen ganz am Anfang. Wir werden mit Sicherheit nicht, nur der Meisterschaft willens, dieses Jahr noch in diese Richtung gehen. Wir wollen und werden es richtig machen und das benötigt ein wenig Zeit.

fizzz: Wie sieht die Zusammenarbeit mit der Industrie aus, gibt es hier neue Ansatzpunkte?

Marcus S. Siebert: Wir haben Ansatzpunkte, ja. Viele sind schon automatisch auf uns zugekommen und es gibt erste Gesprächstermine.

fizzz: Was sind konkret die nächsten Schritte?

Marcus S. Siebert: Nach der Eintragung ins Vereinsregister muss nun die Administration aufgebaut werden, so dass wir arbeiten können. Das ist immens wichtig, denn unsere neuen Mitglieder sollen sich von Anfang an wohlfühlen und verstanden wissen. Das funktioniert eben nur mit einer hervorragenden Administration. Im Juni findet dann das nächste Treffen des Vorstandes in Frankfurt statt. Dort wird dann der Fahrplan für das zweite Halbjahr besprochen und organisiert, sowie welche Projekte wir in 2020 angehen werden.

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Die Gründungsmitglieder der Gilde der Deutschen Barkeeper e.V.

Marcus S. Siebert, President
Gregor Kroll, Area Vice President Region Nord
Adriano Paulus (Area Vice President Süd und ständiger Vertreter des Präsidenten)
Amando L.Ortiz IV. (Area Vice President West)
Uwe Voigt (Chairman Education)
Gabriele Voigt (Chairman Administration)
Goerkem Harp (Chairman Flairbartending)
Wolfgang Götz (Treasurer)
Marcel Hackbart (Treasurer)
Bernhard Stöhr (Barweiser)
Walter F. Kaufmann (Barweiser)
Thomas Magg (Barweiser)