Reingold Bar erfindet sich unter Christian Gentemann neu

Reingold Christian Gentemann

Ende letzten Jahres übernahm die PEAK Hospitality Group die Bar Reingold in Berlin-Mitte und führt sie nun unter der Leitung von Christian Gentemann fort.

Während an der Einrichtung der Instanz der Berliner Barszene nichts verändert wird, empfängt sie ihre Gäste ab April 2020 mit einem komplett neuen Konzept. In dessen Fokus stehen Drinks der klassischen Barkultur, Mono-Spirituosen und eine Flavour Journey. Ganz den Prinzipien Gentemanns folgend, der für einen minimalistischen, reduzierten Stil steht und sich ganz auf die Qualität fokussiert.

Seit über 12 Jahren ist die große metallene Tür eine Konstante unweit der trubeligen Torstraße. Das Reingold hat sich schnell einen Namen gemacht, war zu seiner Gründung 2007 ein Pionier der Berliner Barszene und überdauerte viele Trends in der schnelllebigen Gastronomie der Hauptstadt.

2020 ist es nun Zeit für eine behutsame Neuausrichtung des Reingolds. Während die Einrichtung weitestgehend erhalten bleibt, übernimmt Christian Gentemann die konzeptionelle Gestaltung der Barkarte und setzt dort Maßstäbe. Das Stichwort lautet „Contemporary Classic Drinking“ und verbindet das eigene Verständnis von zeitgemäßem Trinken mit den klassischen Wurzeln der Barkultur.

Mono-Spirituosen oder weniger ist mehr

Christian Gentemann hat in den letzten Jahren einen eigenen Stil entwickelt, den er nun im Reingold fortsetzt. Er arbeitet sehr reduziert und minimalistisch, beschränkt sich auf das Wesentliche. Daraus entstand der Gedanke aus jeder Spirituosen-Kategorie nur ein Produkt zu führen. „Es ist überhaupt nicht wichtig viel anzubieten, es ist nur wichtig, dass deine Sachen gut und bewusst ausgewählt sind,” begründet Gentemann die Entscheidung.

In dieser Reduktion sieht Gentemann einen großen Vorteil, denn durch die Beschränkung werde er nur kreativer. Er liebt die Herausforderung mit wenigen Zutaten simple, reduzierte aber trotzdem komplexe Drinks zu machen. Auch in den Rezepten der klassischen Barkultur kommen oft nur zwei oder drei Zutaten vor und Minimalismus ist über die Jahre zu Christian Gentemanns Handschrift geworden. In seinen Drinks gibt es nie mehr als drei Aromen ganz nach dem Prinzip: Weniger ist mehr.

Klassische Barkultur

Ausgangspunkt waren die Wurzeln der klassischen Barkultur und deren Rezepte. An ihnen wurde sich orientiert, um zu zeigen, was die Barkultur geprägt hat. Christian Gentemann kombiniert dabei die klassischen Drinks mit modernen Einflüssen und katapultiert sie so in die Gegenwart. Wie eine Espresso Martini Variante bei der anstelle von Vodka die klassische Spirituose Cognac verwendet wird. Kaffeegeist rundet als zeitgemäßes Element gemeinsam mit Espresso und Salz den Drink ab und wird mit Champagner aufgegossen. Cheers!

Mit der Karte auf Flavour Journey

Doch einen Namen tragen die klassischen Drinks auf der Barkarte nicht. Auch auf Fachbegriffe wird verzichtet und nur die Geschmacksrichtungen anstatt der verwendeten Produkte benannt. Die Gäste sollen nach Aromen ihren Drink auswählen, frei von Vorurteilen entscheiden und sich nur von den beschriebenen Aromen leiten lassen. Die Drinks werden lediglich eingeteilt in süß, sauer, leicht oder kräftig. Denn der Name eines Drinks verrät dem Gast schließlich nicht, wie er schmeckt. Angeleitet von Aromen schickt Christian Gentemann so die Besucher des Reingold auf eine Flavour Journey.

Der Contemporary Part im Classic Drinking ist ein Schwerpunkt auf regionalen Bränden und Geisten neben den Mono-Spirituosen. Kleine und unbekannte Brenner und Destillerien haben hier ihren großen Auftritt. Für Gentemann ist die Verwendung dieser Produkte auch ein klares Qualitätsmerkmal, denn die Intensität des Aromas von Kräutern oder Obst ist in einem Geist oder einem Brand immer gleichbleibend. Insgesamt wird es elf Drinks auf der neuen Karte geben, ergänzt nur durch ein Barfood: Toast. Der wird als Grilled Cheese Toast von Ava Celik aus ihrer Bäckerei Aera in Charlottenburg geliefert.

Zu Christian Gentemann

Christian Gentemann war zuletzt sechs Jahre lang in der Bar am Steinplatz tätig und hat dort das Konzept der Bar maßgeblich geprägt. Seine Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet. Im September 2019 begann er als Creative Director Food & Beverage bei Peak Hospitality Group, wo er fortan gastronomische Konzepte entwickeln und vorantreiben wird.