Tipps zum erfolgreichen Gründen

Das sind die fünf Gründungs-Todsünden

Der Weg zum eigenen Unternehmen ist meist lang und steinig. Einige Gründerinnen und Gründer legen sich selbst noch ein paar zusätzliche Steine in den Weg. Hier kommt die Hitliste der fünf Todsünden, die Gründungswillige unbedingt vermeiden sollten:

1. Hochmut

Wer ein Unternehmen startet, muss mit seinem Angebot potenzielle Kunden überzeugen. Dabei ist es egal, ob es bei der Gründung nun um einen Friseursalon, eine Kneipe oder eine Schreinerei geht. Doch überzeugen kann nur, wer die Kunden und ihre Bedürfnisse ernst nimmt, statt sie lediglich als Steigbügelhalter zum schnellen Reichtum zu sehen. „In fast allen Fällen gilt es, sich mit seinem Angebot gegen Konkurrenten durchzusetzen, die bereits am Markt aktiv sind, die bereits Kunden haben“, sagt Andreas Dirksen von der Online-Gründerakademie (www.goahead.de). Die Frage sei also: Wie schafft man es, ein Stück vom Kuchen abzubekommen. „Dafür sollte nicht nur sehr klar sein, welche Zielgruppe man als Kundschaft gewinnen will, sondern auch wie diese Zielgruppe tickt und wie ich sie von meinem Angebot überzeugen kann.“ Das fängt etwa bei der Eröffnung eines Geschäfts mit der Suche nach der richtigen Lage an. „Es bringt nichts, ein Ladenlokal zu mieten, an dem meine Kundschaft nie vorbei kommt. Da kann die Miete noch so niedrig sein“, sagt Dirksen.

2. Habgier

Kaum ist die Frage geklärt, wie die Kundschaft auf das neue Angebot aufmerksam gemacht werden kann, droht gleich die nächste Sünde – und dabei geht es um das liebe Geld. Die meisten Fehler machen Gründungsinteressierte schließlich beim Geld – und das fängt schon bei der Planung an. Da werden in den Businessplan – so denn überhaupt einer erstellt wird – unrealistisch hohe Einnahmen ebenso wenig realistisch niedrigen Ausgaben gegenübergestellt. Das kann nicht nur dazu führen, dass ein dringend erforderlicher Kredit nicht gewährt wird, weil der Bankberater die Zahlen nicht nachvollziehen kann. Es kann auch zu einer deutlich zu positiven Lageeinschätzung führen, die – insbesondere, wenn die finanziellen Rücklagen nicht ausreichen, um mögliche Anfangsverluste auszugleichen – durchaus existenzbedrohend werden kann.

3. Faulheit

Nummer drei auf der Liste der von Gründungswilligen begangener Fehler ist der unterschätzte Arbeitsaufwand. „Immer noch wird die Möglichkeit, sich als Unternehmer die Zeit selber einteilen zu können, mit der Hoffnung auf mehr Freizeit verknüpft“, sagt Dirksen und stellt klar: „Das Gegenteil ist der Fall.“ Insbesondere in der Anfangsphase der Gründung sei die zeitliche Herausforderung in der Regel deutlich größer als in einer Festanstellung. Selbstständigkeit bedeute tatsächlich, ständig alles selbst machen zu müssen. Und dazu gehört eben nicht nur das, was direkt mit dem Kunden zu tun hat. Sondern auch solche Themen wie Steuern, Kundengewinnung, Buchhaltung, Budgetplanung, Personalführung usw. usf. „Den frühen Feierabend gibt es für Selbstständige eigentlich nur, wenn das Geschäft nicht läuft“, sagt Dirksen.

4. Trägheit

„Auch wenn es zunächst etwas seltsam klingt, aber wer den ersten Rocky-Film ansieht, kann einiges darüber lernen, aus welchem Holz Gründungswillige am besten geschnitzt sein sollten“, sagt Gründungsberater Dirksen. Eine gute Idee oder großer Enthusiasmus allein würden für eine erfolgreiche Gründung in der Regel nicht ausreichen, so Dirksen. Die Fähigkeit, Rückschläge hinzunehmen und sich nicht entmutigten zu lassen, gehöre ebenfalls dazu. „Kaum ein neues Unternehmen – völlig egal in welcher Branche es aktiv ist – reiht vom Start weg Erfolg an Erfolg. Es gibt immer schwierige Phasen und je besser man darauf vorbereitet ist, desto besser kommt man durch“, erklärt Dirksen. Doch statt die Fehler zu suchen und zu beheben, verschließen viele Gründerinnen und Gründer lieber ihre Augen und hoffen, die Probleme würden sich von alleine in Luft auflösen, oder sie stellen gleich ihre ganze Gründungsidee in Frage. Die Folge: Das Unternehmen wird – verfrüht – dicht gemacht. Allerdings liegt das nicht immer ausschließlich am mangelnden Durchhaltvermögen. „Manchmal ist schlicht die zu dünne Kapitaldecke schuld“, sagt Dirksen.

5. Neid

Nicht zu unterschätzen ist auch Todsünde Nummer 5, der Neid auf das Angebot der anderen. Gerade im direkten Vergleich mit bereits etablierten Wettbewerbern kommen manche Gründerinnen und Gründer zu dem Schluss, ihr Angebot sei zu klein. Als Reaktion darauf wird der eigene Leistungskatalog oft über die Kompetenzgrenzen hinaus ausgeweitet. „Zur Zusammenstellung des Angebots gehört neben einer umfangreichen Marktanalyse eine klare und vor allem ehrliche Analyse der eigenen Fähigkeiten“, erklärt Dirksen. Ein Bauchladen mit einem möglichst breiten Angebot sei meist nicht der Weg zum Erfolg. „Zum einen muss ich wissen, was die Kunden wollen, zum anderen muss ich in der Lage sein, diese Bedürfnisse besser, bequemer, einfacher oder – auch eine Möglichkeit – preiswerter als die Konkurrenz befriedigen“, so der Gründungsberater. Das gelinge in erster Linie mit den Dingen, die man besonders gut beherrscht.

Die Tipps stammen von der Gründerberatung Go Ahead.